Unglück

Zweiter Toter aus Wrack von AF 447 geborgen

Ein Bergungsteam hat am Freitag eine zweite Leiche aus dem Wrack der vor knapp zwei Jahren in den Atlantik gestürzten Air-France-Maschine geholt. Erneut wurden Gewebeproben für einen möglichen DNA-Test entnommen.

Erst am Vortag hatte das Team eine erste Leiche aus fast 4000 Metern Meerestiefe geborgen. Noch nie war zuvor ein Todesopfer nach so langer Zeit aus einer solchen Tiefe aus dem Wasser geholt worden. Unklar blieb weiterhin, ob die Bergung aller Leichen technisch machbar sein wird.

Unterdessen sprechen sich deutsche Opferangehörige dagegen aus, die Aktion fortzusetzen. "Es gibt keine menschenwürdige Bergung mehr", sagte Bernd Gans von der deutschen Hinterbliebenenvereinigung HIOP AF 447 mit Blick auf den Zustand der Toten. HIOP gehören rund 60 Angehörige der 28 deutschen Opfer an. Die Mehrheit von ihnen sei dafür, die Leichen am Meeresgrund zu lassen, sagte Gans. Bei dem Absturz am 1. Juni 2009 kamen insgesamt 228 Menschen ums Leben. Nur 50 konnten zunächst geborgen werden. Als Frankreichs Regierung bekanntgab, dass eine Leiche - im Flugzeugsitz angeschnallt - entdeckt wurde, sei die Meinung unter den Angehörigen über eine Bergung geteilt gewesen, sagte Gans. "Bei vielen Hinterbliebenen - auch bei mir - hat das Hoffnungen geweckt, man könnte vielleicht das Kind, den Ehemann, die Frau, den Vater bergen und bestatten." Doch der Zustand der aus 3900 Metern Tiefe geborgenen Leiche sei extrem schlecht gewesen. Ein Sprecher der Gendarmerie hatte beschrieben, es habe sich nicht um einen "Körper", sondern um "sterbliche Überreste" gehandelt.

Sollten aber noch Flugzeugteile geborgen werden müssen, die für die Aufklärung des Unglücks nötig seien, müsse dies unbedingt geschehen, unterstrich Gans.