Geburtstag

Was wollen die Frauen nur von ihm?

Jeder kennt jetzt Denis McDonough, Vizesicherheitsberater von Barack Obama. Denis McDonough sitzt auf dem Foto im Situation Room neben Hillary Clinton. Weil er grau meliert ist und ein kantiges Gesicht hat, wurde er zu "Obamas George Clooney" ausgerufen.

Eine George-Clooney-Mehrung ist überall erwünscht. Die deutsche Regierung hat leider keinen George Clooney, die italienische auch nicht. In Frankreich hält sich jeder zweite Politiker für George Clooney. Im Vatikan übernimmt Georg Gänswein die Rolle, Privatsekretär des Papstes.

Heute wird George Clooney 50 Jahre alt. Er steht auf sämtlichen Listen mit Traummännern oben, alle Frauen haben bei Nennung des Namens diesen Schmelz in der Stimme. Wird in Debatten von Frauen über Männer und deren unzureichende Realität nach perfekten Spezies gesucht, erscheint Clooney. Die Facebook-Seite "George Clooney is NOT HOT!!" hat weltweit lediglich 119 Freunde, sogar die Seite "George Clooney hält Hunde hoch" hat deutlich mehr Befürworter, und im Hunde-Hochhalten ist Clooney nur so mittel gut. Dafür hat Clooney, weiß eine Schlagzeile, zwei Mal die Malaria besiegt.

Zum Geburtstag wollen wir die Frage stellen: Warum eigentlich diese Verehrung? Liebe Leserinnen, Clooney ist doch der Falsche!

Es geht nicht um den Schauspieler, Regisseur, Produzenten. Oder den Streiter für humanitäre Hilfe im Sudan. Auch nicht um seine fabelhaft lässige Fähigkeit, gute Anzüge zu tragen.Wenn man alle diese lobenswerten Aspekte beiseite lässt, bleibt ein Mann übrig, der sich über sein Kumpeldasein definiert und dessen längste Beziehung die zu einem Hängebauchschwein war. Nach 18 gemeinsamen Jahren starb Max 2006. Ein Herz für Schweine. Im echten Leben kommt so was bei Frauen nicht gut an.

Sein Humor ist zum größten Teil Frotzelei, die in Männergrüppchen gedeiht. Auch die Selbstironie, mit der er sich Frauen unterwürfig zeigt - gerne in Werbespots als tapsiger Superstar, wirkt ein bisschen kalkuliert. Clooney weiß, dass er durchkommt. Und nutzt es aus. Das ist Charme, ja. Auch Coolness. Unwiderstehlich? Bei Normalsterblichen gereicht es häufig zur Schuft-Kennzeichnung. Über seine derzeitige Freundin Elisabetta Canalis ist zu lesen, das Paar sehe sich nur selten. Sowieso halten sich seit Jahren Gerüchte, Clooney sei eigentlich schwul und schließe mit den jeweiligen Freundinnen Verträge über Begleitservice ab. Dass er nicht für die Ehe geschaffen sei, betont er seit Jahrzehnten; im Grunde seit er Ende der Achtzigerjahre kurz verheiratet war. Frauen scheinen es ihm nicht zu glauben. Klugerweise hat Clooney immer gerne über Homosexualität gescherzt. In einem Videofilm gratuliert er Julia Roberts vom Klo aus zu einer Preisverleihung, als jemand mit den Schuhen Signale gibt, jetzt bitteschön zum Sex überzugehen. Clooney schaut nach, es ist Brad Pitt, der gleich abwehrt, soo habe er es nicht gemeint.

George Clooney existiert im mythischen Raum, auf Leinwänden, Fernsehschirmen, auf Seiten aus Papier. Eigentlich kennen wir ihn gar nicht. Himmelt ihn weiter an, Frauen. Ein Trost bleibt. In der Kaffeewerbung muss Clooney sich Gott geschlagen geben. Na bitte. Ein würdiger Sieger. Geht doch.