Raumfahrt

Technische Pannen verhindern Start der "Endeavour"

Eine Heizungspanne hat sie kalt erwischt: Tausende enttäuschte Raumfahrtfans, darunter auch Präsident Barack Obama und seine Familie, warteten vergebens auf den Start des Spaceshuttles "Endeavour".

Die Verspätung auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral war am Freitag in letzter Minute durch ein Beheizungsproblem an dem betagten Orbiter verursacht worden. Nasa-Techniker arbeiteten am Sonntag mit Hochdruck daran, die Panne zu beseitigen. Die US-Weltraumbehörde hofft, den Shuttle Freitag auf seine letzte Reise in den Orbit zu schicken. Ziel ist die "Internationale Raumstation" (ISS), wo die Astronauten vier Außeneinsätze planen.

Die sechsköpfige Besatzung war am Freitag bereits an der Rampe, als der Countdown in letzter Minute abgebrochen werden musste. Nach Nasa-Angaben gab es Ärger mit zwei Heizungen. Sie gehören zu einem Stromgerät, das das Steuerungssystem des Shuttles bei Start und Landung versorgt. Das System muss beheizt werden, damit es im Weltraum nicht einfriert. Um die Problemzone zu erreichen, musste zunächst der riesige Außentank der "Endeavour" geleert werden. Nasa-Techniker begannen bereits damit, die Thermostate des Heizsystems zu testen. "Erwartungsgemäß funktionierte das Thermostat, das am Freitag beim Countdown fehlerhaft war, weiterhin nicht", erklärte die Weltraumbehörde. Bis Sonntagabend (MESZ) wollten die Techniker die Reparaturen aber abgeschlossen haben.

Der Präsident traf bei der Gelegenheit mit den sechs "Endeavour"-Astronauten zusammen, darunter auch Kommandant Mark Kelly. Er ist Ehemann der Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords, die bei einem Attentat im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde und - begleitet von ihren Ärzten - zum Start nach Florida geflogen war. Sie ist derweil auf dem Weg der Genesung.