Urteil

Mann zerstückelt Mitbewohner - zwölf Jahre Haft

Er hat seinen Mitbewohner erschlagen, zerstückelt und die Leichenteile in Müllbeuteln an den Bahnhöfen Hamburg-Harburg und Buchholz entsorgt.

Für dieses schreckliche Verbrechen hat das Landgericht Stade einen 54-Jährigen wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren verurteilt. "An der Täterschaft des Angeklagten besteht kein Zweifel", sagte der Vorsitzende Richter Berend Appelkamp. Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Arbeitslose sein 50 Jahre altes Opfer im Mai 2010 im Schlafzimmer der gemeinsamen Wohnung in Buchholz tötete.

Die Einlassung des Angeklagten sei widersprüchlich, und er habe zudem Täterwissen, betonte Appelkamp. Das Motiv habe nicht genau geklärt werden können. Sicher sei aber, dass sich das Verhältnis der Männer immer weiter verschlechtert habe, weil der Angeklagte seinem Mitbewohner Geld schuldete und ihn bestohlen haben soll. Die Türken hatten sich 2003 bei ihrer Arbeit als Reinigungskräfte am Harburger Bahnhof kennengelernt und angefreundet.

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der 54-Jährige hatte die Vorwürfe bestritten. Ein unbekannter Mann und eine Frau hätten seinen Mitbewohner in Buchholz umgebracht. Er sei von den beiden gezwungen worden, den Toten zu beseitigen.

Bei Prozessauftakt hatte der Angeklagte ausgesagt, das Verbrechen hänge mit den Beziehungen zusammen, die das Opfer teilweise gleichzeitig geführt habe. Der 50-Jährige habe mehrere Türkinnen mit falschen Eheversprechen verletzt. Für die Kammer stand aber fest, dass der Angeklagte die Tat allein beging.

Auffällig war nach Auffassung des Richters, dass der 54-Jährige kurz nach dem Verbrechen 1000 Euro vom Konto seines Mitbewohners abgehoben habe. "Die Zerstückelung fügte den Angehörigen zusätzliches Leid zu."