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Superman will kein Amerikaner mehr sein

Es gibt Sachen, die man als Amerikaner lieber nicht sagen sollte, selbst dann nicht, wenn man Superman ist.

Als Baby kam der größte aller Superhelden als Flüchtling vom Planeten Krypton, wuchs bei Pflegeeltern in Kansas auf. Im neuen Comic Nr. 900 erklärt der Superamerikaner Superman allerdings genau dies: "... Darum werde ich morgen die UN darüber informieren, dass ich auf meine US-Staatsbürgerschaft verzichten werde." Es war erwartbar, dass die Leser des Comichefts nicht begeistert sein würden. Von heller Aufregung ist die Rede. Supermans Erklärung komme "einem Verrat amerikanischer Ideale" nah, ist in Internetportalen zu lesen. Kein Wunder. In Amerika ist es, anders als in Deutschland, nicht hinterfragte Selbstverständlichkeit, auf seine Staatsbürgerschaft und auf seine Nation stolz zu sein.

Der Verlag DC Comics bemüht sich um Deeskalation. Der Held kehre seiner Heimat USA keineswegs den Rücken, hieß es. Vielmehr wolle er seinen Kampf gegen das Böse in einen weltweiten Blickwinkel rücken und global tätig sein. Brav, Superman.