Urteil

Mehr als zwei Jahre Haft nach Russisch-Roulette

Wegen Russisch-Roulette vor einer Güstrower Diskothek muss ein 24-Jähriger für zwei Jahre und vier Monate hinter Gitter.

Das Landgericht Rostock sah es am Donnerstag als erwiesen an, dass der Mann betrunken einen mit einer Patrone geladenen Revolver auf den Kopf eines 26-jährigen Handwerkers gerichtet und dreimal abgedrückt hatte. Dabei löste sich jedoch kein Schuss. Schließlich lud er die Waffe durch, um sie dann erneut auf sein Gegenüber zu richten, wurde dann aber von diesem überwältigt. Der Angeklagte wurde unter anderem wegen Bedrohung und unerlaubten Waffenbesitzes verurteilt.

Ein Tötungsvorsatz habe ihm aber nicht nachgewiesen werden können, führte der Richter aus. Allerdings sei laut Gutachten trotz eines Blutalkoholspiegels von 2,52 Promille seine Steuerungsfähigkeit nicht vermindert gewesen. Er habe sein Opfer zu Tode erschreckt, sagte der Richter. Die Tat habe "den Charakter einer demonstrativen öffentlichen Hinrichtung" gehabt. Der 24-Jährige, der schon mehrfach strafrechtlich in Erscheinung getreten war, entschuldigte sich bei seinem Opfer.

Der Mann hatte im Prozess gesagt, dass es zuvor in der Diskothek zu ständigen Pöbeleien gegen ihn gekommen sei. Er sei daraufhin mit einem Taxi 25 Kilometer nach Hause gefahren, um den Revolver zu holen. Woher er diese Waffe hat, wollte er im Prozess aber nicht sagen. Dies kritisierte der Richter in seiner Urteilsbegründung. Das Geständnis sei deshalb nicht umfassend gewesen. Das Landeskriminalamt untersuche derzeit, ob mit der Waffe schon andere Straftaten verübt wurden.