William und Kate: Noch 1 Tag

Ein Ehevertrag regelt den Ernstfall

In Deutschland wird man mit Erstaunen registriert haben, dass Prinz William und seine Braut Kate Middleton einen sogenannten "Pre-nup" geschlossen haben. Solche vorehelichen Verträge ("pre-nuptial") für die Eventualität einer Scheidung sind Routine geworden, seit Londoner Gerichte immer öfter generöse Abfindungen erlaubt hatten, wenn kein "Pre-nup" vorlag.

Dem beugt man heute vor, damit nicht erst im Ernstfall und oft unter Umständen größter Verbitterung - siehe die Scheidung von Charles und Diana 1996 - das Nötige geregelt wird.

Das betrifft in diesem Fall den Zugriff auf das beträchtliche Vermögen des Mannes, die Trennungssumme für die Ex-Ehefrau, die Unterhaltszahlung, die Frage der standesgemäßen Unterbringung - nicht in einem Schloss der Krone. Ebenso wird das Besuchsrecht bei den Kindern geregelt, da Königskinder - natürlich - in der Obhut des Thronerben und seiner erweiterten Familie verbleiben, wie es auch bei William und Harry war.

"Pre-nups" gehören inzwischen zum Alltag der britischen Rechtskultur, der auch William und Kate - für den unwahrscheinlichen Fall aller Fälle - folgen. Weitaus ernster nimmt man in London einen anderen Vorfall, wie er den Planern dieser Hochzeit nicht hätte passieren dürfen: Die Labour-Premierminister Tony Blair und Gordon Brown sind nicht eingeladen worden, jedoch die Ex-Premiers der Tories, Margaret Thatcher und John Major.

Der Buckingham-Palast redet sich offiziell damit heraus, dass dies eine private Hochzeit, kein Staatsakt sei, und dass Thatcher und Major nicht als konservative Politiker, sondern als Mitglieder des Hosenbandordens geladen wurden, dem ältesten Ritterorden des Königsreiches, dem zu keiner Zeit mehr als 24 Persönlichkeiten angehören.

Ein Blick auf die Einladungsliste enthüllt, welche zum Teil fragwürdigen Figuren aus Kommerz, dem internationalem Jetset und der Popkultur eingeladen worden sind, dazu alle in London akkreditierten ausländischen Botschafter. Da sollte kein Platz sein für zwei Spitzenpolitiker, die Großbritannien 13 Jahre lang angeführt haben? Bei der Hochzeit von Charles und Diana 1981 waren selbstverständlich alle Ex-Premierminister geladen worden, und auch nur einer darunter, Harold Wilson, war Mitglied des Hosenbandordens.

Das Verhältnis der Queen zu Blair war nie das Beste. Es half auch nicht, dass Cherie, seine Gattin, bekannt für ihre antimonarchische Haltung, sich immer strikt weigerte, bei Begegnungen mit Elizabeth II. den Hofknicks anzubringen. Aber die Entscheidung, Blair und Brown nicht einzuladen, wirkt kleinlich und kann das Ansehen der Monarchie in den Augen des demokratischen Demos nur beschädigen.

Mehr Informationen, Bilder und Videos zur Hochzeit von Kate und William unter: www.morgenpost.de/hochzeit