Prozess

Dreifach-Mörder von Groitzsch zu lebenslanger Haft verurteilt

Der Mörder von drei jungen Männern in der Nähe von Leipzig ist am Mittwoch zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Außerdem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt: Eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung ist damit erst nach frühestens 20 Jahren möglich.

Das Landgericht Leipzig folgte mit diesem Urteil am Mittwoch weitgehend der Forderung der Staatsanwaltschaft, die aber zusätzlich auch eine Sicherungsverwahrung beantragt hatte. Die Verteidigung erklärte, sie werde in den nächsten Tagen über eine Revision nachdenken.

Der 41 Jahre alte Guido N. aus dem oberpfälzischen Cham wurde schuldig gesprochen, im April 2009 und August 2010 in Groitzsch drei junge Männer erschossen zu haben. Der Mann hatte zunächst den 27 Jahre alten Tino L. in der Nähe eines ehemaligen Industriebetriebs erschossen, gut ein Jahr später dann in seiner Scheune den 19-jährigen Patrick B. und den 23 Jahre alten Denis H. Der Angeklagte gab während der Verhandlung vor Gericht an, die beiden erwischt zu haben, als sie aus seiner Scheune Altmetall und Teile seiner alten Autos stehlen wollten. Die Staatsanwaltschaft sprach hingegen von einer "Hinrichtung".

Der Vorsitzende Richter der 1. Strafkammer, Hans Jagenlauf, sagte, keiner der drei Morde sei, wie es der Angeklagte gesehen hatte, aus Notwehr geschehen. Das erste Opfer habe er mit drei Schüssen niedergestreckt und den Schwerverletzten dann einfach liegen lassen. Auch die beiden anderen Morde seien heimtückisch ausgeführt worden. Daraus leite sich auch die besondere Schwere der Schuld ab. Erschreckend sei zudem, wie sich N. bis zuletzt als Opfer dargestellt habe und so die Angehörigen der Opfer verhöhnt habe. Zwar habe der Gutachter eine Persönlichkeitsstörung bei N. festgestellt. Aber eine krankhafte, medizinische Störung liege nicht vor.