Kriminalität

Polizei strebt nach "lückenlosem Bild" vom Serienmörder

Nach dem Geständnis des mutmaßlichen Mörders von Dennis und zwei weiteren Jungen versucht die Polizei nun weitere Informationen zu dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann zu gewinnen.

"Wir wollen ein lückenloses Bild dieses Menschen erstellen", sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel am Montag in Verden der Nachrichtenagentur dapd. Die erste "Schockstarre" nach der Festnahme habe sich gelegt, und inzwischen meldeten sich zahlreiche Menschen auch aus dem familiären Umfeld des tatverdächtigen Martin N. Zudem werde der 40-Jährige kontinuierlich weiter vernommen.

"Wir haben hier alle Hände voll zu tun", sagte Menzel. Auch ehemalige Opfer und andere Hinweisgeber meldeten sich bei der Polizei. Ob sich auch weitere Opfer gemeldet haben, konnte Menzel noch nicht sagen. Er kündigte an, dass sich die Polizei möglicherweise auch noch mal mit Fragen an die Öffentlichkeit wenden wird. Details nannte er aber noch nicht.

Der gebürtige Bremer und ehemalige Lehramtsstudent Martin N. hatte gestanden, den 13-jährigen Stefan J. aus Hamburg im März 1992 aus einem Internat in Scheeßel (Landkreis Rotenburg/Wümme) entführt und ermordet zu haben. Im Juli 1995 verschleppte er demnach den achtjährigen Dennis R. aus Lippstadt aus einem Zeltlager in Schleswig-Holstein. In der Nacht zum 5. September 2001 entführte er den neunjährigen Dennis aus dem Schullandheim Wulsbüttel. Er soll außerdem für weitere rund 40 Fälle sexuellen Missbrauchs in Wohnhäusern, Zeltlagern und Schullandheimen verantwortlich sein.

Die Ermittler prüfen, ob der Mann möglicherweise auch für weitere Straftaten infrage kommen könnte. Auch Taten, die in der Vergangenheit im Ausland verübt und noch nicht aufgeklärt wurden, werden nun untersucht.