Polizei

Das Gesicht der Soko "Dennis" will nun auf dem Jakobsweg pilgern

Als ihn der Anruf erreichte, dass der Täter gefasst ist, "da habe ich feuchte Augen bekommen", sagt Detlev Kaldinski. "Ich weiß nicht, ob vor Glück, dass dieser Mann aus dem Verkehr gezogen ist, oder ob vor Grauen über diese schrecklichen Taten."

Der Polizist war jahrelang Pressesprecher der Soko "Dennis" und von Anfang an hautnah dabei: "Ich war als einer der Ersten am Leichenfundort und habe dort den toten Dennis gesehen." Die Bilder von damals haben sich ihm tief eingeprägt. Kaldinski hat unzählige Pressemitteilungen geschrieben und Auskünfte gegeben. Wie ihn hat der Tod von Dennis eine Vielzahl von Beamten jahrelang beschäftigt: "Ganz viele Kollegen haben über Jahre Hunderte Überstunden gemacht", sagt Kaldinski. Ganz viele seien selbst Eltern: "Wir konnten uns da so reindenken, und es war immer allen bewusst, dass so etwas auch uns passieren könnte." Hat er selbst denn nie die Hoffnung aufgegeben? "Nein, ich habe immer daran geglaubt, dass er überführt wird", sagt er. "Wir haben mit unserer Arbeit richtiggelegen. Der Mann entspricht genau dem Bild, das wir seinerzeit von ihm gezeichnet haben." Schon sehr früh hatten die Ermittler den Zusammenhang zwischen den Sexualtaten hergestellt.

Dass die Sonderkommission über all die Jahre durchgehalten habe, sei entscheidend für den Fahndungserfolg gewesen. "Die Soko ist immer wieder an die Öffentlichkeit gegangen. Ich denke, das hatte auch Gefahren abwehrende Wirkung. Dadurch ist erheblicher Druck auf den Täter entstanden."

Detlev Kaldinski, der nach der Verlagerung der Soko "Dennis" an die Dienststelle in Verden nicht mehr direkt mit dem Mordfall zu tun hatte, hat sich 2008 ein Versprechen gegeben: "Ich bin schon einmal den Jakobsweg gegangen, in zwei Etappen 2007 und 2008. Damals habe ich versprochen, dass ich den Weg noch einmal gehe, wenn der Mörder von Dennis gefasst ist." Bald wird er aufbrechen.