Catherine Zeta-Jones

Der Feind in ihrem Kopf

Es sind Geschichten wie diese, in denen der Lack der Glamourwelt Hollywoods plötzlich abplatzt und die scheinbar ewig schönen und glücklichen Stars ganz alltäglich werden: Hollywood-Star Catherine Zeta-Jones ist manisch depressiv und suchte Hilfe in einer Nervenklinik.

Das Schicksalsjahr 2010 war offenbar zu viel für sie: die Sorge über die schwere Krebserkrankung ihres Ehemannes Michael Douglas, dazu noch der Ärger mit Stiefsohn Cameron wegen Drogenhandels. Nach dem Stress des vergangenen Jahres habe sich Catherine für kurze Zeit in einer psychiatrischen Klinik behandeln lassen, erklärte ihre Sprecherin. Das Prominentenmagazin "People" zitiert einen Freund mit den Worten, Zeta-Jones habe fünf Tage im Krankenhaus verbracht.

Mit ihrer Krankheit steht die britische Schauspielerin nicht allein da. Schätzungsweise sechs Millionen US-Amerikaner sind manisch-depressiv. Anders als die schöne Waliserin suchen aber nur wenige der Betroffenen professionellen Rat, sondern leiden im Stillen vor sich hin oder halten ihre Stimmungsschwankungen für nicht heilbar.

Die Ursachen der Krankheit sind noch nicht abschließend erforscht. Im Fall der 41-jährigen Zeta-Jones dürfte der Kampf ihres Mannes gegen den Krebs eine Rolle gespielt haben. Die Schauspielerin heiratete den 25 Jahre älteren Douglas vor über zehn Jahren. "Michael ist mein Fels in der Brandung, mein Halt, mein Alles", sagte sie im vergangenen Jahr der "Gala". Auch in ihren Filmen war Zeta-Jones oft an der Seite starker Männer zu sehen. 2003 erhielt sie den Oscar für die beste Nebenrolle im Film "Chicago" an der Seite von Richard Gere. In der Gaunerkomödie "Ocean's Twelve" (2004) trat sie mit George Clooney auf. Als bei Douglas im vergangenen August Kehlkopfkrebs diagnostiziert wurde, musste sie selbst zur unerschütterlichen Beschützerin werden. "Wir werden kämpfen!", sagte sie am Tag nach der Diagnose. Und sie tat es: Sie organisierte den Umzug von der Familienvilla auf den Bermudas nach New York, damit ihr Mann den Ärzten näher war, und fand eine neue Schule für die gemeinsamen Kinder Dylan Michael und Carys Zeta.

Angeblich schrieb Zeta-Jones Douglas jeden Morgen Zettelchen mit Aufgaben, um ihn auf andere Gedanken zu bringen. Douglas machte einen "sechsmonatigen Höllenritt" durch, wie er es beschrieb. Chemotherapie und Strahlenbehandlung. Zeta-Jones war stets an seiner Seite. Im Januar verkündete Douglas den vorläufigen Sieg gegen den Krebs. Doch die Angst vor einer Rückkehr bleibt. Douglas muss sich regelmäßig untersuchen lassen. Nervenaufreibend für Zeta-Jones ist zudem Douglas' Sohn aus erster Ehe, Cameron. Der 32-jährige Schauspieler kämpft seit Jahren gegen Alkohol- und Drogensucht. Im April 2010 wurde er wegen des Besitzes und der Verbreitung von Heroin zu fünf Jahren Haft verurteilt. Zeta-Jones organisierte daraufhin die Besuche im Gefängnis.

Die Klinikärzte werden vermutlich erst einmal das Gespräch mit Zeta-Jones gesucht haben. Manisch-depressive Menschen sind mitunter von Tag zu Tag von extremen Stimmungsschwankungen geplagt. Die depressive Phase soll bei Zeta-Jones allerdings mindestens zwei Wochen gedauert haben. In dieser Episode fallen die Kranken in ein finsteres Loch und haben nicht selten Suizidgedanken. Dann plötzlich ist ihre Stimmung wieder unbegründet heiter. Um ihre Stimmung zu stabilisieren, erhielt die Schauspielerin neben einer Psychotherapie womöglich auch Antidepressiva. Ob Zeta-Jones vollständig geheilt werden kann, ist fraglich. Inzwischen soll es ihr jedenfalls wieder "großartig" gehen. "Sie kann es kaum erwarten, diese Woche die Arbeit an ihren zwei nächsten Filmen zu beginnen", sagte ihre Sprecherin.