Goslar

Zwillingsschwester entkam Mord um "Haaresbreite"

Die Mutter der im Harz erstochenen beiden kleinen Mädchen hat schwere seelische Probleme.

Erst im März war sie aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. "Vieles deutet darauf hin, dass die geschiedene und alleinerziehende Mutter nicht die seelische Stabilität für die Alltagsbelastungen hatte", sagte Michael Blase von der Polizei Goslar. Die unter dringendem Tatverdacht stehende 34-Jährige wurde nach dem Verbrechen wieder in eine Psychiatrie gebracht.

Die Leichen der vier Monate alten Amelie und der fünf Jahre alten Laura waren am Dienstagmorgen in dem Dorf Astfeld bei Goslar gefunden worden. Lauras Zwillingsschwester entkam der Attacke nur knapp. Kurz nach der furchtbaren Entdeckung wurde die Mutter festgenommen. Rund 300 Menschen gedachten am späten Mittwochnachmittag in Astfeld der beiden getöteten Kinder.

Gegen acht Uhr morgens war Lauras Zwillingsschwester zu ihrem Großvater ins Nebenhaus gerannt und hatte ihm berichtet, dass daheim etwas Schreckliches geschehen sei. Der Opa fand dann die vier Monate alte Amelie tot in ihrem Bettchen und die fünfjährige Laura ebenfalls tot im oberen Stockwerk im Flur. Beide hatten schwerste Stichverletzungen erlitten und massiv Blut verloren - offenbar hatte die Mutter mit zwei Haushaltsmessern immer wieder zugestochen. Die 34-Jährige selbst habe mit leichten Stichverletzungen in der Wohnung gesessen und völlig apathisch gewirkt, berichtete der Polizist. Sie wurde festgenommen, konnte aber wegen ihrer psychischen Verfassung bisher nicht vernommen werden.

Die Frau war schon vor der Tat in therapeutischer Behandlung und erst im März aus einer Klinik entlassen worden. Damals erkannten die Ärzte keine Anzeichen dafür, dass sie sich oder anderen Schaden zufügen könnte, berichteten die Ermittler.