Kriminalität

Amoklauf schockiert die Niederlande

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Nach dem Amoklauf am Sonnabend im niederländischen Alphen aan den Rijn stehen die Menschen noch immer unter Schock. Ein Mann hatte in einem Einkaufszentrum sechs Menschen erschossen und anschließend sich selbst getötet. 16 weitere Personen wurden verletzt, einige davon schwer.

Der 24-jährige Täter war in Militärkleidung in ein Einkaufszentrum eingedrungen. Schon auf dem Parkplatz davor hatte er am Sonnabendmittag willkürlich um sich geschossen und eine Panik ausgelöst, bevor er das Einkaufszentrum betrat.

"Ich sah eine Frau, die einen Laden betreten wollte, als ein großer junger Mann kam und sie eiskalt erschoss", sagte eine Augenzeugin der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. "Einer anderen Frau in einem motorisierten Rollstuhl wurde in den Kopf geschossen."

Mehrere tausend Menschen haben am Sonntagabend der Opfer des Amoklaufs gedacht. Die Trauernden versammelten sich vor dem Einkaufszentrum. Die Anwesenden, von denen viele eine Kerze in der Hand hielten, gedachten mit einer Schweigeminute der Toten.

Der Amokläufer stammte aus Alphen aan den Rijn, einer 46 Kilometer südlich von Amsterdam gelegenen Stadt mit 72 000 Einwohnern. 2003 wurde er bereits von der Polizei verdächtigt, gegen das Waffenrecht zu verstoßen, wurde aber nicht verurteilt.

Der Täter hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er Selbstmordgedanken äußerte. Ein klares Motiv für die Morde habe er jedoch nicht gegeben, sagte der Bürgermeister der Stadt, Bas Eenhoorn, im niederländischen Fernsehen. In einem weiteren Brief, der im Auto des Schützen gefunden wurde, war die Rede von Sprengstoff in drei weiteren Einkaufszentren der Stadt, wie die Polizei bekanntgab. Diese wurden von den Behörden evakuiert und durchsucht.

Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte äußerte seine Anteilnahme: "Ich bin in Gedanken mit den Opfern, den Überlebenden und allen, die in diese Tragödie hineingezogen wurden." Auch Königin Beatrix hat Bürgermeister Eenhoorn zufolge einen Kondolenzbrief geschickt. Der Amoklauf war der tödlichste Anschlag seit 2009. Damals war ein Niederländer in der Stadt Apeldoorn mit seinem Auto in eine Menschenmenge gefahren. Damals kamen acht Menschen ums Leben, darunter auch der Täter. Auch die niederländische Königin Beatrix hatte sofort nach der Tat ihr Mitgefühl mit den Opfern ausgedrückt.

Vor zwei Jahren war die Königin selbst Ziel eines Anschlags, bei dem mehrere Menschen umkamen.

( Reuters/AFP )