Ermittlungen

Polizei sammelt Genproben von Mitarbeitern

Um falsche Spuren besser ausschließen zu können, sammelt die Polizei Baden-Württemberg künftig DNA-Proben von Mitarbeitern der Spurensicherung und der Kriminaltechnik. Damit sollen Tatortspuren abgeglichen und so Fehlermittlungen vermieden werden, berichtet die Zeitschrift "Spiegel".

Laut Innenministerium wird in den kommenden Monaten für diese sogenannte Eliminationsdatenbank in anonymisierter Form DNA von rund 700 Beamten gespeichert. Die Abgabe der Probe ist freiwillig. Baden-Württemberg ist eines der ersten Länder mit einer solchen Datenbank.

"Selbst umfangreiche Schutzmaßnahmen bieten keine absolute Gewähr dafür, dass nicht doch eine unbeabsichtigt verursachte Trugspur am Tatort oder an einem Beweismittel hinterlassen wird", heißt es in einem Schreiben von Landespolizeipräsident Wolf-Dietrich Hammann. "Wir können uns aber in dem äußerst wichtigen Prozess der DNA-Spurensicherung und -analyse keine Schwachstelle leisten."

Zugriff auf die zukünftige Datenbank haben nur spezielle Beamte, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Diese sollen bis Ende April benannt werden. Oberste Priorität hätten die Datensicherheit und die Wahrung der Anonymität der hinterlegten Personendaten.

Fast vier Jahre nach dem Mord an einer Polizistin in Heilbronn zieht das Ministerium weitere Konsequenzen aus der Panne um das "Phantom". Knapp zwei Jahre lang hatte die Polizei damals nach einer Serientäterin gesucht, die es gar nicht gab. Es stellte sich heraus, dass die DNA einer Firmenmitarbeiterin gehörte, die die Wattestäbchen für die Spurensuche beim Verpacken berührt hatte. Die Ermittler waren wegen der verunreinigten Wattestäbchen rund 40 Trugspuren gefolgt. Das neue Verfahren war auch eine Empfehlung einer nach der Panne eingesetzten Expertenkommission.

( dpa )