Alphen aan den Rijn

Blutiger Amoklauf schockiert die Niederlande

Bei einem Amoklauf in der Stadt Alphen aan den Rijn in den Niederlanden sind am Sonnabend sieben Menschen erschossen worden.

Nach Angaben des Bürgermeisters der westniederländischen Stadt, Bas Eenhoorn, wurden zehn weitere Menschen verletzt. Der Täter drang am Mittag in ein viel besuchtes Einkaufszentrum ein und eröffnete das Feuer auf die Menge, bevor er sich das Leben nahm. Vier weitere Menschen seien bei dem Amoklauf schwer verletzt worden, einer der Schwerverletzten erlag Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Angreifer sei gegen 12 Uhr im Einkaufszentrum "De Ridderhof" aufgetaucht; zur Mittagszeit seien dort immer zahlreiche Familien mit ihren Kindern unterwegs. Als die Schüsse fielen, brach Panik aus.

Die Identität des Täters sei rasch ermittelt worden, sagte Staatsanwältin Kitty Nooy. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wolle man zunächst nicht mehr sagen, als dass es sich um einen einheimischen Niederländer handele. Die Wohnung des Mannes sei auch wegen Gerüchten über eine angebliche Hortung von Sprengstoff und Waffen durchsucht worden, bestätigte die Staatsanwältin.

Die Polizei brachte unmittelbar nach dem Amoklauf alle im Einkaufszentrum verbliebenen Besucher in Sicherheit; zunächst wurden noch Angriffe weiterer Täter befürchtet. "Es ist unglaublich, dass unsere Stadt an einem solch schönen Tag ein solches Blutbad erleben musste", sagte Eenhoorn. Für Zeugen der Bluttat und Angehörige der Opfer wurde in einer Kirche direkt neben dem Ridderhof ein Betreuungszentrum eingerichtet. Die niederländische Königin Beatrix sprach den Opfern ihr Mitgefühl aus. Das Drama in Alphen aan den Rijn habe ihr großen Kummer bereitet, ließ die Königin erklären. Sie sei "sprachlos angesichts des enormen Leids, das so vielen Menschen zugefügt wurde", sagte ein Hofsprecher.

Beatrix hatte im April 2009 mit angesehen, wie ein Attentäter versuchte, mit seinem Auto ihren Bus zu rammen. Sieben Menschen staben seinerzeit.