Interview mit Klaus Paar

"Die Gefahrenquelle war bekannt"

Der Landwirt Klaus Paar schickte Güllewagen mit Wasser zu Hilfe

Herr Paar, wie sind Sie auf den Unfall aufmerksam geworden?

Klaus Paar: Ich hatte davon gerade im Radio gehört, da rief auch schon die Polizei und später auch das Amt Bad Doberan bei uns an und hat die Lage geschildert. Verbunden mit der Frage, ob wir helfen können. Ich habe unverzüglich zugesagt und habe zwei Güllewagen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 10 000 Litern losgeschickt.

Um mit dem Ausbringen der Gülle sozusagen den Acker zu befeuchten und dadurch das weitere Umherwirbeln des Flugsandes zumindest etwas einzudämmen?

Klaus Paar: Ja, es war einen Versuch wert. Wenngleich, es war ein Kampf gegen Windmühlenflügel. Es waren ja riesige Mengen unterwegs, auch von ziemlich weit her. Was da auf die Autobahn geflogen ist, stammt nicht allein vom angrenzenden Acker. Der Sand war da mitunter schon über Kilometer unterwegs. Wir waren zwar mit Güllewagen im Einsatz, aber wir haben ausschließlich Wasser ausgebracht.

Und hat es letztlich was gebracht?

Klaus Paar: Ich denke schon.

Können Sie sich eigentlich erklären, wie es zu dieser für die Autofahrer anscheinend völlig überraschenden Gefahrensituation kommen konnte?

Klaus Paar: Da will ich mich ganz bewusst zurückhalten. Nur so viel: Die Unglücksstelle ist allgemein als Gefahrenquelle bekannt. Im Winter bilden sich dort auch immer ganz schnell Schneewehen, in die immer wieder Autofahrer rasen. Es gibt in diesem Bereich kein Tempolimit. Und wenn sich dann eine Wand vor einem auftut, ist es meistens schon zu spät zum Reagieren.

Ein Meteorologe soll erklärt haben, dass es in Deutschland keine Sandsturmwarnung gibt. Muss sich da etwas ändern?

Klaus Paar: Wer will sagen, wann, wo und in welcher Stärke so ein Sturm auftritt? Wir sind derzeit mit den Frühjahrsarbeiten beschäftigt. Seit Anfang März hat es kaum geregnet, der Wind hat dann die letzte Feuchtigkeit aus dem Boden geholt, und damit hatte der Wind praktisch freie Fahrt. Das ist praktisch nicht zu verhindern. dapd