Vorschlag

Gute Chancen für Rückkehr zu alten Kennzeichen

Die Chancen für eine Wahlfreiheit bei den Kfz-Kennzeichen stehen nicht schlecht. Nachdem sich am Mittwoch schon die Landesverkehrsminister mehrheitlich für den Vorschlag Sachsens und Thüringens ausgesprochen hatten, zeigte sich am Donnerstag auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) aufgeschlossen.

Er habe "Verständnis für solche Wünsche" und wolle sich "vom Grundsatz" nicht dagegenstellen, sagte Ramsauer nach der Konferenz in Potsdam. Wichtig sei allerdings, dass dadurch kein zusätzlicher Verwaltungsaufwand entstehe. Sachsen und Thüringen hatten vorgeschlagen, dass Autofahrer künftig die Möglichkeit haben sollen, selbst zu entscheiden, ob sie die neuen oder die vor der Kreisgebietsreform verwendeten Kennzeichen nutzen wollen. Für viele Menschen sei das Autokennzeichen identitätsstiftend, außerdem würden einige Städte gerne mit ihrem alten Kennzeichen werben, hieß es zur Begründung.

Bei den Gebietsreformen, die in den einzelnen Bundesländern zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgesetzt wurden, waren einige regionale Kennzeichen weggefallen. Ziel war es damals, den Verwaltungsaufwand zu reduzieren - und dass dieser wieder größer wird, will Ramsauer vermeiden.

Um die Anlage der Kfz-Zulassungsverordnung, in der die Kennzeichen erfasst sind, nicht immer wieder ändern zu müssen, sollten die Wünsche der Landkreise erst einmal gesammelt und bewertet werden, sagte der Minister. Für die Änderung der Verordnung ist die Zustimmung des Bundesrats nötig. Das Identitätsstiftende an den Kennzeichen erkenne er durchaus an, sagte Ramsauer. Er selbst beobachte in seinem Wahlkreis, mit "welcher nostalgischen Freude viele noch herumfahren mit Kennzeichen wie LF für Laufen oder BGD für Berchtesgaden". Er werde sich den Vorschlag also "genau und wohlwollend" ansehen.

Thüringens Verkehrsminister Christian Carius (CDU) sagte am Donnerstag, das Votum der Ministerkonferenz setze das "richtige Signal". Die Möglichkeit, sein altes Autokennzeichen wiederzubekommen, helfe Städten bei der Suche nach regionaler Identität und den Bürgern, ihre Regionalität auszuleben. Die Gefahr eines höheren Verwaltungsaufwandes sieht er nicht.

( dapd )