Kirche

Polnische Christen basteln einen Riesen-Papst

Wenn es um wuchtig inszenierte Glaubensfestigkeit geht, lassen sich die Polen von niemandem etwas vormachen. "Polen haben größten Christen-Riesen der Welt", titelte der Boulevard erst letzten November.

Eine 36 Meter große Jesusstatue war in Swiebodzin errichtet worden. Nun soll zum Riesen-Jesus das größte Papstbild der Welt dazukommen.

Ein riesiges Porträtbild von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) soll nämlich zu dessen Seligsprechung am 1. Mai an der Außenfassade der neuen Warschauer Nationalkirche, dem "Tempel der Göttlichen Vorsehung", angebracht werden. Das Papstporträt messe in fertigem Zustand 55 mal 26 Meter und werde damit das weltweit größte seiner Art sein, teilte das Institut "Zentrum der Göttlichen Vorsehung" am Freitag mit. Gesucht würden jetzt noch Fotos von Privatpersonen, aus denen das Konterfei von Johannes Paul II. entstehen soll, so Institutspräsident Piotr Gawel. Bislang seien schon 10 000 Bilder eingegangen.

Der "Tempel der Göttlichen Vorsehung" im Außenbezirk Wilanow ist erst im Rohbau fertig. Das Kirchengebäude ist mit 75 Metern das höchste der polnischen Hauptstadt. Im Obergeschoss soll auch ein Museum über Johannes Paul II. eingerichtet werden. Papst Benedikt XVI. spricht seinen Vorgänger aus Polen am 1. Mai in Rom selig.

Die Nationalkirche geht auf einen Beschluss des polnischen Parlaments von 1791 zurück. Damals wollten die Abgeordneten aus Dank für die Verabschiedung der ersten demokratischen Verfassung des Landes das Gotteshaus stiften. Die Teilungen Polens durch Preußen, Russland und Österreich verhinderten jedoch den Bau. 1991 beschloss das Oberhaus, der Senat, den Kirchenbau erneut. 2002 legte Kardinalprimas Jozef Glemp den von Johannes Paul II. gesegneten Grundstein.