Hamburg

Elbtunnel-Brand: 150 Menschen evakuiert

Ein brennender Sattelzug im Hamburger Elbtunnel hat am Donnerstag einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst. Rund 150 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, darunter auch der Fahrer des 38-Tonners.

Notärzte behandelten zwei Verletzte - einer hatte Rauchgas eingeatmet, ein anderer Herz-Kreislauf-Probleme. Mit einem massiven Einsatz von Löschschaum verhinderten die Einsatzkräfte ein Übergreifen der Flammen auf die Weizenladung des Sattelzugs, sagte Feuerwehrsprecher Manfred Stahl. Auch alle weiteren Autos blieben unbeschädigt.

Etwa in der Mitte des viel befahrenen, mehr als drei Kilometer langen Autobahntunnels war die Zugmaschine des schweren Gespanns aus zunächst unbekannter Ursache in Flammen aufgegangen. Betroffen vom Feuer war die jüngste, im Jahr 2002 eröffnete vierte Röhre. Während der Lösch- und Bergungsarbeiten kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen mit kilometerlangen Staus in beiden Richtungen. Vorübergehend wurden alle Röhren gesperrt. "Durch Umleitungen war auch die Innenstadt gerammelt voll", sagte Polizeisprecher Andreas Schöpflin. Zwei Stunden nach dem Alarm war ein Teil der Strecke wieder frei. An der von Ruß geschwärzten Brandstelle sollten Experten den Tunnel auf Beschädigungen untersuchen. Wann die vierte Röhre wieder freigegeben werden kann, war am Nachmittag zunächst unklar.

Der 1975 eröffnete Elbtunnel im Zuge der Autobahn A 7 von Hannover nach Flensburg gilt als Verkehrsengpass. Der Sicherheitsstandard im alten Teil des Elbtunnels mit drei je zweispurigen Röhren wird seit Jahren mit großem Aufwand verbessert. Der jüngste Tunnelteil wurde schon nach wesentlich strengeren Vorgaben gebaut. "Die betroffene vierte Elbtunnelröhre ist technisch auf dem neuesten Stand", sagte Helma Krstanoski von der Hamburger Stadtentwicklungsbehörde. Es gebe eine Anlage zur Rauchgasabsaugung und separate, vor Rauch geschützte Fluchttunnel. Zudem gebe es Vorkehrungen zur Entsorgung belasteten Löschwassers. Auch der ADAC beurteilt die Sicherheitsvorkehrungen in der Tunnelröhre positiv. Mit Features wie Standstreifen, Videoüberwachung, Fluchtwegen und einer vor Ort stationierten Feuerwehr sei die Sicherheit mit "gut", wenn nicht "sehr gut" zu beurteilen, teilte der ADAC mit.