Oberbayern

Polizei sucht mit Speichelproben nach Mörder

Im Fall der beiden ermordeten Mädchen im oberbayerischen Krailling setzen die Ermittler auch auf den Abgleich von DNA-Spuren.

Mehrere Personen hätten Speichelproben abgegeben, sagte Oberstaatsanwältin Andrea Titz. Allerdings laufe die Abgabe auf freiwilliger Basis. Bisher hätten mehrere Menschen "aus dem Umfeld der Opfer und des Tatgeschehens" DNA-Proben zur Verfügung gestellt, ergänzte sie.

Informationen der Zeitung "TZ", wonach in der Wohnung der ermordeten Schwestern "eine DNA-Spur, die derzeit niemandem aus der Familie oder dem Freundeskreis zugeordnet werden kann, gesichert" worden sei, bestätigte Titz nicht. 31 Polizisten arbeiten für die Sonderkommission, darunter auch Angehörige der Dienststelle für operative Fallanalyse, die helfen, ein Täterprofil zu erstellen. Die beiden acht und elf Jahre alten Schwestern waren in der Nacht zum Donnerstag in der Wohnung der Mutter getötet worden. Die Mutter hatte die Mädchen gefunden. Die Obduktion stellte an beiden Opfern "vielfältige Gewalteinwirkungen verschiedener Art" fest.

Gestern Abend gedachten Hunderte Menschen mit einem bewegenden Gottesdienst der beiden ermordeten Mädchen, darunter zahlreiche Mitschüler. "Sharon und Chiara sind tot, und wir alle können es nicht begreifen, wir sind fassungslos", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er rief zur Solidarität und zum Engagement gegen das Verbrechen auf. Die Eltern der Opfer nahmen nicht an dem Gottesdienst teil. Eine Trauerfeier im kleinen Kreis soll am Freitag in München stattfinden.

Kraillings Bürgermeisterin Christine Borst (CSU) sicherte den Eltern jede Unterstützung zu. In Krailling werde nach dem Verbrechen nichts mehr sein wie zuvor. "Der Fall zeigt uns überdeutlich, dass es eine absolute Sicherheit nicht gibt."