Castingshow

Staatsanwaltschaft ermittelt nach "DSDS"-Panik

Die Massenhysterie bei einer Autogrammstunde der Kandidaten aus der RTL-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" ("DSDS") beschäftigt nun auch die Justiz. Die Polizei übermittelte der Staatsanwaltschaft Duisburg am Montag ihre Ermittlungsunterlagen.

Nun werde geprüft, ob sich das Verfahren gegen Unbekannt oder einen speziellen Beschuldigten richten werde.

Bei der Panik waren am Sonntagnachmittag 60 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die meisten von ihnen Mädchen, verletzt worden. Zu der Autogrammstunde waren nach Polizeiangaben rund 19 000 Fans gekommen - etwa vier Mal so viele wie erwartet. Bereits im vergangenen Jahr war eine "DSDS"-Autogrammstunde wegen großen Andrangs vorzeitig beendet worden. RTL ließ angesichts des Vorfalls offen, ob es weitere Autogrammstunden mit den "DSDS"-Kandidaten geben wird. Dies solle erst geklärt werden, wenn die Ursache für das Gedränge am Sonntag feststehe, sagte eine RTL-Sprecherin. Derzeit stehe die Gesundheit der verletzten Kinder und Jugendlichen im Vordergrund.

Unterdessen wurden die meisten Verletzten wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Ein Polizeisprecher sagte, von den ursprünglich zehn Kindern und Jugendlichen, die stationär behandelt worden seien, lägen noch vier in einer Klinik. Auch sie könnten aber voraussichtlich an diesem Dienstag wieder nach Hause.

Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) forderte eine Aufklärung der Unglücksumstände. Die Bezirksregierung Düsseldorf und die Stadt Oberhausen seien bereits zu Berichten aufgefordert worden. Die Sicherheit der Menschen müsse absolute Priorität haben. Eine Verschärfung der Sicherheitsregelungen für Großveranstaltungen als Konsequenz aus dem Vorfall schloss ein Ministeriumssprecher nicht aus. Nach Polizeiangaben gab es vor allem Prellungen und Quetschungen.