Washington

Amerikanischer Fluglotse im Tower eingeschlafen

Gefährliche Situation auf einem Flughafen der US-Hauptstadt Washington: Zwei Flieger mit insgesamt 165 Passagieren mussten Mittwochnacht ohne Hilfe der Bodenkontrolle landen.

Die Piloten konnten den einzigen diensthabenden Fluglotsen im Tower des Reagan National Airports nicht erreichen - er war Medienberichten zufolge eingeschlafen. Die US-Luftfahrtbehörde FAA untersucht den Vorfall. Verkehrsminister Ray LaHood zeigte sich schockiert. Die beiden Flugzeuge - eine Boeing 737 aus Miami und ein Airbus 320 aus Chicago - konnten dank der beherzt agierenden Piloten auch ohne die notwendige Freigabe sicher landen.

Eine dpa-Korrespondentin an Bord der Maschine aus Miami berichtete, dass ihr Flugzeug bereits im Landeanflug war, als er jedoch abgebrochen wurde. Der Pilot habe die Passagiere darüber informiert, keinen Kontakt mit dem Tower zu haben. Er kreiste daraufhin fast eine halbe Stunde über der Stadt. Die Mitreisenden seien aber nicht besorgt gewesen. Die Piloten erhielten per Funk Hilfe von Mitarbeitern ihrer Fluglinien und Kontrollstationen in umliegenden Orten.

Die FAA suspendierte den Lotsen am Donnerstag, bis der Vorfall aufgeklärt ist. Er sei persönlich empört über dessen Verantwortungslosigkeit, sagte Behördenchef Randy Babbitt. Der Flughafen liegt nur wenige Hundert Meter vor den Grenzen der Hauptstadt. "Es ist nicht akzeptabel, nur einen Lotsen in dem Tower zu haben, der den Verkehr in diesem kritischen Luftraum steuert", sagte Verkehrsminister Ray LaHood. Die Nachtschicht von Mitternacht bis 6 Uhr morgens war bislang immer nur mit einem Diensthabenden besetzt. Nach Anweisung von LaHood sollen dort künftig zwei Lotsen arbeiten.