Prominente trauern um Liz Taylor

"Gott segne dich, Elizabeth"

Die Nachricht vom Tode Elizabeth Rosemond "Liz" Taylors ereilte Amerika nicht jäh wie der mediale Schreckensschrei im Juni 2009, als ihr Schutzbefohlener Michael Jackson starb. Am späten Mittwochvormittag stieg an der US-Ostküste die Todesgewissheit in ruhiger Trauer auf.

Der Zeitpunkt gab Liz Taylors Freunden Gelegenheit, sich zu sammeln, und den Zeitungen die Möglichkeit, ihre Nachrufe zu überarbeiten. Auf Hollywoods Walk of Fame verschwand ihr Stern unter Kränzen, Blumen, Kondolenzkarten. Wer sie kannte, hatte gewusst, wie schlecht es ihr ging. Bis zuletzt versuchte sie, über Twitter Kontakt zu ihren Bewunderern zu halten: "Ich liebe die sehr moderne Idee von wirklichem Feedback und einer echten gegenseitigen Kommunikation. Auch wenn ich glaube, dass wir manchmal zu viel über unsere Idole wissen. Und dass das den Traum zerstört."

Debbie Reynolds - einst ihre engste Freundin, dann, nachdem Taylor ihr 1961 den Ehemann Eddie Fisher ausgespannt hatte, ihre Feindin, später wieder in Gnade und Vergebung ihre Freundin - berichtete, sie habe noch vor zwei Wochen mit ihr telefoniert: ",Altwerden ist nicht leicht, und Kranksein ist noch viel schwerer', sagte ich zu ihr. Es ging Elizabeth sehr schlecht, und ich bin froh, dass sie von ihrem Leiden erlöst ist." Ihre Verwundung und Eifersucht waren lange verjährt. "Sie war der glamouröseste und sinnlichste Star unserer Generation", sagte Reynolds. "Frauen mochten sie und Männer verehrten sie (mein Ehemann eingeschlossen), sie war das Symbol des Starseins."

Elton John widmete ihr am Mittwochabend bei einem Konzert in Pittsburgh spontan eine anrührende Nachrede: "Heute habe ich eine Freundin verloren und ihr eine Heldin namens Elizabeth Taylor", rief er in den anhaltenden Jubel. "Sie stand auf im Kampf gegen Aids, als noch niemand dazu bereit war, sie unterstützte jeden mit 1000 Prozent ihres Körpers und ihrer Seele. Sie kämpfte für die Unterdrückten, sie war eine unglaubliche Frau." Während der Sänger die ersten Akkorde seines Songs "Don't Let The Sun Go Down On Me" anschlug, verabschiedete er sich von ihr mit den Worten: "Gott segne dich, Elizabeth. ... Dies ist für dich, die wunderbare Erinnerung an dich und für all die Menschen, denen du geholfen hast, die du gerettet hast."

Doch es wurden nicht nur Tränen vergossen. Es wurde gelacht und ihrer Lust am lauten, lebenswilden Gelächter gedacht. Mike Nichols, Regisseur des Taylor-Burton-Klassikers "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?", erzählte zärtlich von der Arbeit mit ihr: "Ihr dröhnendes Lachen. Ihre Vitalität, ob bei der Arbeit an einer komplexen Szene oder bei einem Abendessen mit allen bis zum Morgengrauen. Sie ist einzigartig und unauslöschlich, in ihren Filmen und in unseren Herzen."

Nur einen Tag nach ihrem Tod sollte Elizabeth Taylor am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) nahe Los Angeles beigesetzt werden. Der "Los Angeles Times" und anderen Medien zufolge sollte die Schauspielerin ihre letzte Ruhestätte in Michael Jacksons Nähe auf dem Prominentenfriedhof Forest Lawn Memorial Park in Glendale finden.