Haftstrafe

Angeklagter legt im Missbrauchsprozess Geständnis ab

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Kinderschänder Detlef S. aus Fluterschen im Westerwald hat der Angeklagte doch noch ein Geständnis abgelegt.

Er räumte nach Angaben eines Gerichtssprechers am Montag vor Gericht in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung alle ihm vorgeworfenen Taten ein. Der Verteidiger von Detlef S. plädierte danach auf eine Freiheitsstrafe von neun Jahren und sechs Monaten. Anders als die Staatsanwaltschaft lehnte er eine anschließende Sicherungsverwahrung am Montag jedoch ab, da der 48-Jährige aus Fluterschen keine Gefahr für die Allgemeinheit darstelle. Das Urteil wird am heutigen Dienstag erwartet.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48-Jährigen vor, in 162 Fällen vor allem seine leibliche Tochter und seine Stieftochter missbraucht und weiteren Männern zum Sex überlassen zu haben. Diese Vorwürfe gestand Detlef S. nun am Montag. Er hatte vor Gericht bislang nur ein Teilgeständnis abgelegt und die Taten an seiner heute 18 Jahre alten leiblichen Tochter eingeräumt. Ihm wird zudem noch der Missbrauch eines Stiefsohnes zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft hatte für den Angeklagten eine Strafe von 14 Jahren und sechs Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung gefordert. Dass der 48-Jährige voll schuldfähig ist, hatte ein Gutachter bereits zuvor attestiert und auf das antisoziale und manipulierende Verhalten des Angeklagten hingewiesen.

Der Missbrauchsfall hatte nach seinem Bekanntwerden im Februar bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der 48-jährige S. hatte mit seiner heute 28 Jahren alten Stieftochter acht Kinder gezeugt und beging nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft in einem Zeitraum von 20 Jahren an den Kindern eine Vielzahl von Sexualstraftaten, darunter sexuellen Missbrauch von Jugendlichen und Schutzbefohlenen und Vergewaltigung.