Religion

Miss-Universe-Wahl: Todesdrohung gegen muslimisches Model

Wegen ihrer Teilnahme an den Ausscheidungen für den Schönheitswettbewerb der Miss Universe ist eine britische Muslima mit dem Tod bedroht worden.

Laut einem Bericht der Wochenzeitung "The Observer" (Sonntag) wurde Shanna Bukhari, eine 24-jährige Studentin aus Blackpool, von strenggläubigen Muslimen beschimpft, die ihre Teilnahme an dem Wettbewerb als religiösen Affront wahrnähmen. "Es gibt Leute, die sagen, ich sei keine Muslima. Ich würde meine Religion benutzen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber sie sind es, die Religion benutzen, um mich anzugreifen", sagte Bukhari dem "Observer": "Ich repräsentiere nicht den Islam, ich will nur mein Land vertreten."

Anfeindungen gibt es laut Bericht auch von Rechtsradikalen: In der vergangenen Woche habe Bukhari eine Morddrohung über ihre offizielle Facebook-Seite erhalten. Darin sei ihr das Recht abgesprochen worden, als Muslima Großbritannien vertreten zu können. Seitdem habe sie die Seite geschlossen und eine private Sicherheitsfirma engagiert. Die Vorfälle hätten sie desillusioniert, berichtet Bukhari. Sie selbst habe eine liberale Erziehung genossen und in ihrer Jugend als einzige Muslima eine katholische Schule besucht. Dort sei sie "vollkommen akzeptiert" gewesen.

Während des Halbfinales für die Wahl der britischen Miss-Universe-Kandidatin im vergangenen Monat hat Bukhari die meisten öffentlichen Stimmen bekommen. Großbritannien hat noch nie die Miss Universe gestellt. Sollte Shanna Bukhari den internationalen Schönheitswettbewerb gewinnen, dann wäre die erste britische Miss Universe eine Frau muslimischen Glaubens.