Kriminalität

Drogendiebe klauen Hortensien aus Blumengärten

Blumenfreunde lieben Hortensien wegen der Farbenpracht: Die Blüten leuchten rosa, weiß, rot oder blau.

Die Hortensien-Liebhaber, die seit einigen Wochen Gärten in vielen Landesteilen heimsuchen, schätzen an den Pflanzen, die im 18. Jahrhundert den Weg aus dem Fernen Osten nach Europa gefunden haben, allerdings etwas ganz anderes: Die angeblich berauschende Wirkung. Die getrockneten Blätter und Blüten, aber auch die jungen Triebe werden als Marihuana-Ersatz getrocknet und geraucht. Seit gut zehn Jahren beschäftigt sich die Polizei immer wieder mit Hortensien-Diebstählen. Dabei wurden nach Angaben des niedersächsischen Landeskriminalamtes (LKA) zum Beispiel in Brandenburg oder Schleswig-Holstein richtige Diebstahlserien registriert.

In diesem Jahr scheint es einen richtigen Hortensien-Boom in der Szene zu geben: Seit Mitte Februar melden Polizeistationen fast täglich weitere Diebstähle. Betroffen ist vor allem der Großraum Hannover. Nach Medienberichten haben Gartenbesitzer allein beim Polizeikommissariat Mellendorf innerhalb weniger Tage rund 60 Taten angezeigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass nicht nur die getrockneten Blätter und Blüten der Hortensien, sondern auch die jetzt sprießenden jungen Triebe getrocknet und dann geraucht werden. Sie sollen eine ähnliche Wirkung erzeugen wie Haschisch oder Marihuana. Den Dieben ist möglicherweise aber überhaupt nicht klar, in welche Gefahr sie sich begeben, wenn sie die Hortensien missbrauchen. Beim Rauchen könne hochgiftige Blausäure freigesetzt werden, warnen Experten.