Antisemitische Äußerungen

Designer Gaultier nimmt Kollege Galliano in Schutz

Der französische Modeschöpfer Jean-Paul Gaultier hat seinen britischen Kollegen John Galliano gegen Vorwürfe in Schutz genommen, er habe sich judenfeindlich geäußert.

"Alles, was er gemacht hat, zeigt nicht jemanden, der ein Rassist ist, sondern genau das Gegenteil", sagte Gaultier am Wochenende hinter den Kulissen der Prêt-à-porter-Schauen in Paris. Dort wurde eifrig über den Verbleib des geschassten Designers und seinen Nachfolger spekuliert. Die "New York Times" berichtete vor wenigen Tagen, Galliano unterziehe sich in den USA einer Entziehungskur wegen einer Alkoholsucht.

Auf dem Laufsteg war Galliano aber weiterhin präsent, wenn auch lediglich mit seinen Entwürfen und nicht in Person. Bei dem Defilee von Gallianos letzten Entwürfen für Dior war statt des Designers am Schluss das Atelier-Team auf den Catwalk gekommen; und seine eigene Kollektion am Sonntag wurde nicht mehr als große Schau, sondern nur mehr im kleinen Rahmen gezeigt. Gaultier sagte, der Skandal um Galliano sei "traurig, weil er ein enormes Talent ist".

Galliano war im Pariser Szeneviertel Marais mehrfach durch antisemitische Pöbeleien aufgefallen. Das Modehaus Dior, dessen Stil Galliano 15 Jahre lang vorgegeben hatte, entließ den Briten. Gaultier sagte zu dem Video, Aufnahmen könnten so manipuliert werden, dass Menschen darin Dinge sagten, die sie in Wirklichkeit gar nicht gesagt hätten. "Er hat ein paar Wörter ausgesprochen, aber in welchem Kontext", gab Gaultier zu bedenken. Die Person, die in dem Video mit Galliano gesprochen habe, habe "sehr sicher gewirkt", als wenn sie "sehr gut weiß, was sie tut".