Kriminalität

"Zentis-Erpresser" in Österreich erneut verurteilt

Erst drohte er mit Gift in Marmelade, dann nahm er sich Feinkost-Salate und Schokoschnitten vor: Der in Deutschland bereits schuldig gesprochene "Zentis-Erpresser" ist für neue Taten in Österreich erneut verurteilt worden.

Das Wiener Straflandesgericht verurteilte den 28-Jährigen zu fünf Jahren und zehn Monaten Haft, weil er den Süßwarenhersteller Manner und den Feinkostproduzenten Wojnar mit verunreinigten Produkten erpressen wollte. Der Staatsanwaltschaft reicht das Strafmaß aber nicht. Deshalb wird es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Berufungsverhandlung kommen, bestätigte Gerichtssprecher Christian Gneist.

Im Juli vergangenen Jahres war der junge Mann bereits vom Landgericht Aachen zu einer identischen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er hatte Zentis mit vergifteter Marmelade gedroht und wollte so 500 000 Euro erpressen. Er kam auf Kaution frei, weil er angeblich vor Antritt der Haft sein Studium beenden wollte - und schlug in Tirol wieder zu.

Dort versuchte er, von den beiden bekannten österreichischen Unternehmen mehrere 100 000 Euro zu erpressen und deponierte dafür in Tiroler Geschäften mit Spiritus verunreinigte Produkte wie Mozartkugeln.

Über eine ihm zur Verfügung gestellte Bankkarte kam ihm die Polizei auf die Schliche, seitdem saß er in Österreich in Untersuchungshaft.

Vor Gericht zeigte sich der Maschinenbaustudent nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA als "Häuflein Elend" und legte ein umfassendes Geständnis ab. Nachdem ihn seine Freundin verlassen hatte, habe er vor dem Nichts gestanden. Mangels ihres Einkommens habe er sich seine Wohnung kaum mehr leisten und zuletzt die Studiengebühren nicht mehr bezahlen können. Daher sei er auf die schiefe Bahn geraten. Nun muss der Mann beide Strafen verbüßen und sitzt mindestens zehn Jahre im Gefängnis.