Einnahmeverluste

In Las Vegas läuten Hochzeitsglocken immer seltener

Weniger als 92 000 Paare gaben sich im vergangenen Jahr in der Hauptstadt des Glücksspiels das Jawort. Weniger waren es zuletzt 1993. Dabei lockt Vegas schon seit 1927 heiratswillige Paare aus Kalifornien mit kurzen Wartezeiten und wenigen Formalitäten. Am größten war das Interesse im Jahr 2004, als 128 250 Paare sich das Jawort gaben.

Die derzeitige Zurückhaltung bedeutet gewaltige Einnahmeverluste für die Tourismusindustrie, die zahlreichen Kapellen und damit auch für die Staatskasse. "Die Zahlen sprechen für sich", sagt der langjährige Hochzeitsplaner und Gründer der Hochzeitsvereinigung von Las Vegas, Joni Moss. "Und die Leute geben einfach weniger aus." Am schwersten treffe es die kleinen Kapellen, die häufig als Familienbetriebe geführt würden.

Die Hochzeitsprofis in Nevada sind sich einig, dass Las Vegas nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat. Vielmehr die Rezession und die insgesamt nachlassende Begeisterung für die Ehe seien verantwortlich. In guten Jahren spülten die Hochzeiten in Las Vegas mehr als 640 Millionen Dollar in die örtliche Wirtschaft, wie Alicia Malone, eine Sprecherin der Tourismusbehörde, erklärt. Doch nun gehen auch den Gemeinden, die die amtliche Heiratserlaubnis ausstellen, Einnahmen verloren. Der Bezirk Clark nahm 2004 noch mehr als sieben Millionen Dollar mit den Eheschließungen ein. Im vergangenen Jahr waren es nur noch 5,5 Millionen. Zusammen mit den zurückgehenden Grundsteuern ergibt sich ein schmerzhafter Fehlbetrag, wie die Verwaltungsbeamtin Diana Alba erklärt. Um den Rückgang aufzufangen, würden deshalb schon seit 2006 die notwendigen Papiere für eine Eheschließung nicht mehr rund um die Uhr ausgestellt. "Die Ehe ist mal in und mal out", sagt Alba. "Und ich glaube, im Moment ist es nicht mehr so in Mode zu heiraten."