Urteil

14 Jahre Haft für Mord nach Streit über den WM-Titel

Es war ein scheinbar läppischer Streit über Fußball, doch er endete tödlich: Nach den Kopfschüssen auf zwei italienische Fußballfans im vergangenen Sommer muss ein psychisch kranker Frührentner aus Hannover für lange Zeit ins Gefängnis.

Das Landgericht Hannover verurteilte den Mann am Dienstag zu einer Haftstrafe von 14 Jahren und sechs Monaten. Der 43-Jährige nahm das Urteil völlig teilnahmslos hin. Er hatte gestanden, während der Fußball-WM im vergangenen Juli in einer Kneipe im Rotlichtviertel von Hannover einen Pizzabäcker und einen Koch erschossen zu haben.

Er war mit den beiden darüber in Streit geraten, wer mehr Weltmeistertitel errungen hatte: Deutschland oder Italien. Der 43-Jährige zog während der Auseinandersetzung eine Waffe und tötete die 47 und 49 Jahre alten Männer durch gezielte Schüsse. Auf eine lebenslange Haftstrafe verzichtete das Gericht deshalb, weil der Täter nach Aussage von Gutachtern durch Medikamente, zu viel Alkohol und Übermüdung in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich eingeschränkt war.

Richter Wolfgang Rosenbusch erklärte, der Mann sei psychisch krank und alkoholabhängig. "Wer so schießt wie Sie, der will töten", betonte der Richter aber auch. "Sie haben schwerste Schuld auf sich geladen." Nach Verbüßung der Haftstrafe muss der 43-Jährige in eine Entziehungsklinik. Der Frührentner ließ zu Prozessbeginn ein Geständnis und eine Entschuldigung verlesen. Erklärungen hatte er aber keine parat. Er berief sich darauf, einen Filmriss zu haben. Seine Opfer hatte er zuvor noch nie gesehen, sie waren Zufallsbekanntschaften.