ARD-Fernsehlotterie

Lierhaus' Gehalt soll aus Werbe-Etat stammen

Das Honorar von Monica Lierhaus bei der ARD-Fernsehlotterie wird nicht über die Rundfunkgebühren finanziert. Das sagte der Geschäftsführer der ARD-Fernsehlotterie, Christian Kipper, der Berliner Morgenpost.

"Wie in einem solchen Fall üblich, zahlen wir das Honorar für Monica Lierhaus als eigenständiges Unternehmen vollständig aus unserem Marketing- und Werbebudget", teilte Kipper mit. Er reagierte damit auf einen Bericht des "Spiegels", wonach Lierhaus als Botschafterin der Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne" 450 000 Euro erhält.

Über die Höhe des Honorars wollte Kipper indes keine Angaben machen. Auf Nachfrage teilte er lediglich mit, dass die einzelnen Budgets in einem Wirtschaftsplan für die Lotterie festgelegt werden. Pressesprecher Mario Czipull betonte, dass diese Budgets wie bei jeder anderen GmbH auch durch staatlich besteuerte Einnahmen, in diesem Fall durch den Losverkauf, gespeist würden.

Ob das Honorar von Monica Lierhaus im Vergleich zu ihrem Vorgänger Frank Elstner höher angesiedelt sei, wollte Geschäftsführer Kipper nicht kommentieren. Jeder der Botschafter der ARD-Fernsehlotterie, die seit 1990 jährlich eingesetzt werden, habe bislang ein Honorar erhalten; über die Höhe des Honorars werde in jedem Fall neu entschieden, die Verhandlungen führe er selbst. Die Entscheidung treffe dann der Aufsichtsrat. Welche Kriterien bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen, weshalb es kein einheitliches Honorar gibt und ob es einen finanziellen Rahmen für die Gehaltsverhandlungen gibt, der eingehalten werden muss - darüber schweigt sich die Fernsehlotterie aus.

Dafür geraten die Verantwortlichen zunehmend in die Kritik. "Es kann nicht sein, dass die ARD-Fernsehlotterie, eine Einrichtung mit größtem Renommee, diese Informationen zurückhält", sagt Burkhardt Müller-Sönksen, medienpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. "Die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf Transparenz." Seine Kritik sei dabei unabhängig von der Höhe des Honorars, sondern richte sich vielmehr dagegen, dass die Gebührenzahler über dessen Zustandekommen völlig im Unklaren bleiben. "Das Werbe- und Marketingbudget ist schließlich nur deshalb so hoch, weil es die öffentlich-rechtliche Sendeumgebung vorweist", sagt Müller-Sönksen. Er fordert daher von der ARD, dass sie die genaue Summe offenlegt und erläutert, welche Aufgaben Lierhaus' Arbeit für die Lotterie umfasst - und wie sich ein möglicherweise sechsstelliges Gehalt auf das Budget des gemeinnützigen Konzepts auswirkt. Nur so, sagt der Medienexperte, könnten auch die Spekulationen um das Honorar beendet werden: "Hier handelt es sich schließlich um eine öffentliche Einrichtung und keine Privatangelegenheit."