Fernsehen

Stefan Raab für Gottschalk-Nachfolge vorgeschlagen

Die Zukunft der ZDF-Show "Wetten, dass..?" steht nach der Rücktrittsankündigung von Moderator Thomas Gottschalk auf wackligen Beinen. Nach drei Ausgaben im Herbst mit Erinnerungscharakter soll ein halbes Jahr Pause eingelegt werden, bevor Gottschalks Nachfolger in der zweiten Jahreshälfte 2012 loslegen kann.

Das Format werde sich auch ändern, kündigte ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut an. Das Schweizer Fernsehen SRF, neben dem Österreichischen Fernsehen ORF einer der Koproduzenten der Show, hegt Überlegungen, angesichts gesunkener Quoten vielleicht ganz auszusteigen. Der ORF will aber am Ball bleiben. Ist es überhaupt sinnvoll, das 30 Jahre alte Format weiterzuführen? Oder sollte das ZDF besser einen Schlussstrich ziehen? Darüber sind die Gelehrten geteilter Meinung. "Seit einiger Zeit stagniert die Sendung", sagte der ehemalige RTL-Chef und Spiritus Rector vieler Fernsehinnovationen, Helmut Thoma. "Irgendwann ist auch mal die beste Show am Ende. Das Konzept ist auch nicht mehr das jüngste. Die Frage ist, ob man das überhaupt weitermachen müsste." Wenn das überhaupt jemand könne, dann Stefan Raab.

Holm Dressler, Produzent der Show bis 1992, sagte, das ZDF müsse ein "Sabbatjahr" einlegen. "Es darf jetzt keine falsche Hast einziehen. Das Format muss aktualisiert werden, Look und Design müssen sich verändern." Als mögliche Kandidaten für die neue, überarbeitete Show schlägt er - wie viele andere - Hape Kerkeling und Jörg Pilawa vor.

Medienforscher Lutz Hachmeister, der in Berlin das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik betreibt, sagt, das ZDF müsse an der Show festhalten. "Selbst wenn es das ZDF wollte, es kann ,Wetten, dass..?' im Moment gar nicht einstellen, weil es über kein Showformat verfügt, das auch nur annähernd so erfolgreich wäre - noch immer."