Justiz

Prozess gegen "Feuerteufel von Sylt" beginnt

Gegen den mutmaßlichen "Feuerteufel von Sylt" wird hinter verschlossenen Gerichtstüren verhandelt. Zum Prozessauftakt am Donnerstag schloss das Landgericht Flensburg die Öffentlichkeit aus.

In dem Verfahren gehe es auch um eine Unterbringung des Angeklagten in einer psychiatrischen Einrichtung, das Interesse der Öffentlichkeit habe zurückzustehen, begründete das Gericht seine Entscheidung. Zuvor hatte die Verteidigerin erklärt, der 46-Jährige werde sich nicht öffentlich äußern, da es in dem Verfahren auch um persönliche Lebensbereiche gehe.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich für eine öffentliche Verhandlung ausgesprochen. Es handle sich um einen "ganz besonderen Ausnahmefall", von dem die Öffentlichkeit erheblich betroffen sei. Während die komplette Verhandlung nichtöffentlich sei, dürfte zur Urteilsverkündung die Öffentlichkeit voraussichtlich wieder zugelassen sein, sagte Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt.

Die Anklage wirft dem Mann aus Westerland zehn teils schwere Brandstiftungen sowie fünf Sachbeschädigungen vor. Er soll im August zahlreiche Brände auf der Nordseeinsel gelegt haben. Hunderte Menschen hatten Gebäude verlassen müssen. Betroffen von Brandanschlägen waren auch ein Viersternehotel in Wenningstedt, ein Altenpflegeheim, die Nordsee-Klinik und die Volkshochschule Klappholttal ("Akademie am Meer").

Allein an der Akademie soll ein Schaden in Höhe von 500 000 Euro entstanden sein. In einem Akademie-Gebäude brannten der Dachstuhl und die obere Etage vollständig ab. Der mutmaßliche Brandstifter, ein Taxifahrer, ist geschieden, er lebte seit drei Jahren auf der Nordseeinsel. Zuvor hatte sich der ungelernte Arbeiter mit Gelegenheitsjobs in Nordrhein-Westfalen über Wasser gehalten. Dem Angeklagten drohen bis zu zehn Jahre Haft.

( dpa )