Gedenken

Öl-Milliardär John Paul Getty III. gestorben

Ein trauriges Leben ist vorbei: John Paul Getty III. (54), Enkel des Öl-Milliardärs Jean Paul Getty, ist im englischen Buckinghamshire an Organversagen gestorben. Er war von seiner schweren Krankheit gezeichnet. Seine Mutter Gail und Sohn Balthazar hatten ihn bis zuletzt gepflegt.

Das Drama um den jüngsten Sohn der US-Unternehmerfamilie begann allerdings schon viel früher. Im Juli 1973 wurde John Paul Getty III. in Rom entführt. Die Lösegeldforderung: 17 Millionen Dollar. Sein Vater John Paul Getty II. konnte die extrem hohe Summe nicht aufbringen. Besonders schockierend war die damalige Aussage des Großvaters: "Ich habe 14 Enkelkinder. Wenn ich das Lösegeld zahlen würde, hätte ich bald 14 entführte Enkelkinder."

Er verweigerte die Zahlung lange Zeit. John Paul Getty III. verbrachte seinen 17. Geburtstag in Gefangenschaft. Die Entführer wurden ungeduldig. Sie schnitten der Geisel ein Ohr ab und schickten es um der Forderung Nachdruck zu verleihen an eine italienische Zeitung. Schließlich lenkte der Großvater ein. Er zahlte rund sechs Millionen D-Mark. Seine Bedingung war makaber: Der entführte Enkel sollte ihm das Lösegeld plus vier Prozent Zinsen eines Tages zurückzahlen. Schließlich kam Getty frei.

Doch fünf Monate Gefangenschaft hinterließen Spuren. Getty stürzte sich in Drogenexzesse, 1981 überlebte er eine Überdosis. Der damals 24-Jährige lag nach Drogen- und Alkoholmissbrauch sechs Wochen im Koma, erlitt einen Schlaganfall, wurde blind und taub. John Paul Getty III. saß 30 Jahre lang im Rollstuhl. Sein einziger Sohn, Balthazar, ist heute 36 Jahre alt.