Prozess

Kachelmann: Gericht reist in die Schweiz

Dienstreise in die Schweiz im Verfahren gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann: Das Mannheimer Landgericht kann in der Schweiz eine Zeugin vernehmen.

Die Frau habe bisher keine Beschwerde beim Bundesstrafgericht dagegen eingelegt, dass Richter, Ermittler und Anwälte aus Deutschland bei ihrer Befragung anwesend sind, sagte der Züricher Staatsanwalt Marcel Strassburger am Dienstag. Deshalb werde jetzt eine Vorladung erlassen.

Ort und Zeitpunkt werden nicht bekannt gegeben, weil es sich um eine nicht öffentliche Vernehmung handelt. Nach Einschätzung von Kachelmanns Pflichtverteidigerin Andrea Combé dürfte die Schweiz-Reise in den nächsten zwei Wochen anstehen. Die voraussichtlich vier Richter und zwei Staatsanwälte dürfen die Frau, die "Focus" als neue angebliche Belastungszeugin präsentiert hatte, auch nicht direkt befragen, sondern nur über den Schweizer Staatsanwalt.

An diesem Mittwoch wird in Mannheim die Journalistin und Feministin Alice Schwarzer als Zeugin vernommen. Schwarzer, die für "Bild" über das Verfahren berichtet, hatte den Gerichtssaal vergangene Woche verlassen müssen. Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn hatte beantragt, die Journalistin als Zeugin zu laden. Schwenn möchte Schwarzer zu ihren Kontakten mit dem Therapeuten von Kachelmanns Ex-Freundin, Günter Seidler, befragen. Der Anwalt warf Schwarzer einen "öffentlichen Feldzug" vor. Schwarzer bezeichnet diesen Vorwurf als "absurd". Wenn die Vernehmung abgeschlossen ist, kann Schwarzer wieder an dem Prozess teilnehmen.

Jörg Kachelmann selbst wird nach Beschwerden von Hörern nicht mehr das Wetter beim Schweizer Sender Radio Sunshine präsentieren. Er hatte am vergangenen Freitag erst zum zweiten Mal das Wetter des Senders präsentiert.