Unglück

Experten wollen die Katastrophenursache bei Love Parade klären

Rund 70 Teilnehmer haben am Sonnabend auf einer Tagung in Duisburg über die Ursachen der Love-Parade-Katastrophe beraten.

Juristische Experten und Fachleute aus dem Bereich Veranstaltungstechnik gingen der Frage nach, wie es am 24. Juli des vergangenen Jahres am Zugang zum Gelände des alten Duisburger Güterbahnhofs zu 21 Todesopfern und mehr als 500 Verletzten kommen konnte.

Bei den Beratungen wurde neue Kritik am Veranstaltungskonzept laut. So führte der Wittener Rechtsanwalt Frank Eikmeier aus, das Veranstaltungsgelände, das sich später als völlig ungeeignet erwies, sei aus wirtschaftlichen Erwägungen ausgewählt worden. Da es eingezäunt werden konnte, sei es möglich gewesen, einer einzelnen Cateringfirma ein Monopol zu sichern.

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP), dessen Rechtsanwaltskanzlei die Interessen von vielen Love-Parade-Opfern vertritt, fragte bei der Tagung in einem leidenschaftlichen Diskussionsbeitrag, "wann und von wem wir denn endlich kompetente Auskunft über die Abläufe am Unglückstag und ihre Hintergründe bekommen". Nur dann seien ähnliche Ereignisse künftig vermeidbar. Veranstalter der Tagung waren die Initiative Massenpanik-Selbsthilfe und ein Nachrichtenportal.

Die Love Parade hatte viele Jahre lang in Berlin auf der Straße des 17. Juni stattgefunden und war dann ins Ruhrgebiet umgezogen. Hier kamen bei einer Massenpanik in einer Unterführung 21 Menschen ums Leben, und 500 wurden zum Teil schwer verletzt. Seither wird nach den Verantwortlichen für das Unglück geforscht.