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Erschütterung und Trauer: Einer der vier Ludolf-Brüder ist tot

Es klingelt. Normalerweise geht jetzt Günter ran. Das macht er immer, für das Telefon ist er, der zweitälteste der Ludolf-Brüder, zuständig, auf dem Schrottplatz der Brüder in Dernbach (Rheinland-Pfalz). So war das immer. Es klingelt, doch keiner nimmt ab. Günter Ludolf lebt nicht mehr.

Am Montagmorgen meldete die Polizei, dass Horst Günter Ludolf tot in seiner Wohnung in Dernbach aufgefunden wurde. Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe es nicht, es handele sich um Herzstillstand. Gefunden wurde der Gestorbene von seinem Bruder Uwe, wie der in einem von der "Rhein-Zeitung" auf YouTube verbreiteten Video später berichtet.

"Wir sind erschüttert und trauern um unseren Freund", hieß es aus der Produktionsfirma in München. Und Florian Appel, Betreiber des offiziellen Internetforums der Ludolfs, sagte der "Berliner Morgenpost", es sei Günter schon am Samstag sehr schlecht gegangen. "Aber der wollte keinen Krankenwagen, hat nur 'Na, lass ma' gesagt." Die Brüder Ludolf, die eine Autoverwertung in Dernbach betreiben, erlangten bundesweit Bekanntheit durch die seit 2006 laufende Doku-Serie "Die Ludolfs" auf dem frei empfangbaren Männerkanal DMAX. Vier erwachsene Männer mit ölverschmierten Händen, die den ganzen Tag nichts anderes machen als schrottreife Autos auszuschlachten oder fürs Fernsehen wieder aufzumotzen, um damit Rennen in der Kiesgrube zu fahren. Man kann das langweilig finden. Doch ihre Fans lieben sie dafür, dass sie sich beharrlich weigern, ihr Leben einem Drehbuch unterzuordnen. Die Ludolfs sind zum Aushängeschild geworden: für Dernbach, für den Männersender DMAX - und ein bisschen für die Republik. Wie bekannt die Brüder sind, zeigt sich daran, dass bereits kurz nach der Nachricht vom Tode Günters ihr Forum im Internet zusammenbrach. Pro Minute wollten bis zu 1000 Menschen ihr Beileid bekunden und wissen, wie es den Brüdern geht.