Havarie

Die Bergung des Säuretankers macht Fortschritte

Zur Bergung des gekenterten Säuretankers im Rhein sind am Wochenende zwei Hebekräne am Wrack verankert worden. Mit ihrer Hilfe wurde zudem begonnen, Stahlseile unter den Tanker zu ziehen, sagte ein Sprecher des Pressezentrums "Havarie Loreley" in St. Goarshausen am Sonntag.

Die Arbeiten, mit denen der Havarist richtig gesichert werden soll, dürften zwei bis vier Tage dauern. "Wenn möglich, soll danach die Ladung gelöscht und dann das Schiff gehoben werden." An Bord des auf der Seite liegenden Havaristen sind rund 2400 Tonnen Schwefelsäure.

Das Tankmotorschiff war am 13. Januar aus ungeklärter Ursache in der Nähe des berühmten Rheinfelsens Loreley gekentert. Es sind immer noch zwei Bootsleute vermisst, die sich beim Unglück an Bord des Schiffes befunden haben sollen. Die Wasserschutzpolizei sucht mit Sonargeräten nach den beiden vermissten Männern. Auch am Wochenende konnten wieder - nach Einzelaufforderung - Schiffe rheinaufwärts die Unglücksstelle passieren. Erstmals war dies auch großen Schubverbänden mit Schleppboot erlaubt. Allein am Samstag lotste man nach Angaben des Sprechers 111 Schiffe an dem Havaristen vorbei, bis zum Sonntagnachmittag weitere 50. Rheinabwärts bleibt der Flussabschnitt weiter gesperrt. Das Unglück hatte einen Stau von 250 Schiffen verursacht.

Am Wochenende wurden die beiden Hebekräne "Grizzly" und "Atlas" am Wrack verankert. Sobald ausreichend Stahlseile unter dem Schiff sind, soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Möglicherweise soll den Angaben zufolge der Schiffsrumpf angebohrt werden, um in den Hohlräumen festzustellen, ob Schwefelsäure ausgetreten ist. Eine Alternative ist, danach die Ladung abzupumpen. "Oberste Priorität hat weiterhin die Sicherheit des Havaristen", betonte der Sprecher.