Amokläufer

Tim K.s Mutter wusste offenbar von Tatwaffe im Schlafzimmer

Die Mutter des Amokläufers von Winnenden hat offenbar gewusst, dass ihr Mann die Tatwaffe im Schlafzimmer unverschlossen aufbewahrt hat. Laut einer Polizeivernehmung, die am Dienstag vor dem Landgericht in Stuttgart verlesen wurde, berichtete die 49-Jährige von einer Pistole, die ihr Mann Jörg K. in seinem Kleiderschrank aufbewahrte.

In den weiteren Vernehmungen nahm sie diese Aussage jedoch zurück. Gegen den 52-jährigen Vater des Amokläufers Tim K. findet seit vier Monaten ein Strafprozess statt. Jörg K. wird beschuldigt, die Tatwaffe im Schlafzimmerschrank unverschlossen aufbewahrt zu haben. Die Staatsanwaltschaft erläuterte in ihrem Abschlussplädoyer vor einer Woche, der Angeklagte habe nicht nur gegen das Waffenrecht verstoßen, sondern sich auch der fahrlässigen Tötung in 15 Fällen und der fahrlässigen Verletzung in 13 Fällen schuldig gemacht.

Die Mutter hatte einen Tag nach dem Amoklauf ihres Sohnes der Polizei gesagt, es sei "unverschämt", was in den Zeitungen stehe. "Mein Sohn war nicht psychisch krank, er hatte keine Depressionen", sagte sie. Die Angabe im Musterungsbogen, Tim leide unter Depressionen, sei ein "Trick" gewesen, weil ihr Sohn keinen Wehrdienst leisten wollte. Bei der ersten Vernehmung zur Zeit des Amoklaufes sei Tims Mutter in einem "seelischen Ausnahmezustand gewesen", sagte ein Kriminaloberkommissar als Zeuge vor Gericht aus. Der Mutter sei bewusst gewesen, "dass ihr Sohn momentan etwas Schlimmes anstellt".