Tiere

In Schweden sollen 6747 Jäger 20 Wölfe erlegen

Den letzten 250 Wölfen in Skandinavien steht ein ungemütliches Wochenende bevor: Insgesamt 6747 Jäger haben sich registrieren lassen, um 20 Wölfe zu erlegen. Das ist nämlich die Quote, die durch die schwedischen Behörden festgelegt wurde. Und das, obwohl der Wolf auch in Schweden noch immer eine bedrohte Tierart darstellt.

Bis vor zwei Jahren waren die Raubtiere in Schweden 45 Jahre lang geschützt. Ihr Bestand hat sich seit den 80er-Jahren wieder langsam vermehrt. Natur- und Umweltschützer halten den Wolfsstamm für noch nicht ausreichend gesichert, um Jagdquoten wie in diesem und im letzten Jahr zu rechtfertigen.

Zum Auftakt der umstrittenen Wolfsjagd haben Jäger an einem einzigen Wochenende bereits 15 Tiere getötet. Im Bezirk Dalarna störten Tierschützer das Aufspüren von Wolfsrudeln durch das Zünden von Feuerwerkskörpern. Die Polizei erklärte, sie nehme die Sabotageakte sehr ernst. Mehrere Jäger hatten zuvor Morddrohungen erhalten. Der WWF fordert zum wiederholten Mal die Europäische Union auf, gegen den staatlich genehmigten, aber nach EU-Recht illegalen Abschuss vorzugehen. Bereits im März 2010 waren 27 Wölfe zur Jagd freigegeben worden. Dies sollte angeblich die Akzeptanz des Tiers in der Bevölkerung erhöhen.

Es darf bezweifelt werden, dass die Jagd eine höhere Akzeptanz des Wolfes in Schweden zur Folge hat, sagt der schwedische WWF-Vorstand Håkan Wirtén. Abgesehen davon habe der Wolf laut aktuellen Umfragen gar kein Akzeptanzproblem in der schwedischen Bevölkerung. Eine Mehrheit der Befragten sei dem Tier gegenüber positiv eingestellt, so der WWF.

Einem Briefwechsel zwischen dem zuständigen EU-Kommissar für Umwelt und dem schwedischen Umweltministerium zufolge drohe dem skandinavischen Land wegen der Jagd eine Klage vor dem EU-Gerichtshof.