Naturkatastrophe

Hochwasser in Australien erreicht den Süden

Das Hochwasser in Australien hat den Süden des Landes erfasst. Am Wochenende traten vier große Flüsse des Bundesstaates Victoria über ihre Ufer. Die Wassermassen überschwemmten 43 Städte. 3500 Anwohner waren betroffen, Hunderte mussten ihre Häuser verlassen.

Die Armee versuche, Städte mit Sandsäcken zu schützen, sagte eine Anwohnerin am Sonntag. Drei Viertel der Fläche der Stadt Charlton standen Augenzeugen zufolge unter Wasser. "Die Kraft des Wassers war unglaublich", sagte der Betreiber einer Autowerkstatt. "Jede Straße, in die das Wasser kam, verwandelte sich in einen reißenden Strom."

Das Hochwasser ist nach Angaben des Katastrophendienstes des Staates Victoria vermutlich das schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Eine rasche Entspannung sei nicht zu erwarten, sagte ein Sprecher.

Im Norden Australiens entspannte sich unterdessen die Lage. Der Hafen der Metropole Brisbane nahm seinen Betrieb wieder auf. Es werde allerdings noch Wochen dauern, bis man zur Normalität zurückkehre, sagte die Transportministerin des Bundesstaates Queensland, Rachel Nolan. Auf der überfluteten Hauptstraße von Goodna wurden unterdessen zwei Haie gesichtet - obwohl der Ort über 30 Kilometer von der Küste entfernt liegt. Nach Angaben des örtlichen Fleischers handelte es sich um zwei Bullenhaie, die auch Menschen gefährlich werden können. Sie seien flussaufwärts gegen die Stömung geschwommen. Auch durch Brisbane soll bereits ein Bullenhai geschwommen sein.

Die wirtschaftlichen Folgen für Australien sind noch nicht abzuschätzen. Die Fluten vernichteten in dem rohstoffreichen Land Ernten und stoppten vielerorts den Bergbau. Aus den Kohleminen im Norden des Landes wird derzeit das Wasser gepumpt, um die Produktion wieder aufnehmen zu können.