Hochwasser

An den Flüssen fallen die Pegel

Von den meisten deutschen Flüssen sind am Sonntag gleichbleibende oder fallende Pegelstände gemeldet worden. Allerdings blieb die Hochwasserlage an Rhein, Main, Donau und Elbe zunächst noch angespannt. Viele ufernahe Bereiche waren weiterhin überflutet.

Die Feuerwehr in Frankfurt am Main bereitete sich auf eine zweite Hochwasserwelle vor, die am Sonntagabend erwartet wurde. Doch Hunderte von Menschen machten den Helfern die Arbeit schwer. Vor allem die Schutzdämme vor dem Römerberg mit dem historischen Rathaus waren das Ziel von Schaulustigen. Dort hat der Main die komplette Uferstraße überflutet. Die Polizei musste den Bereich vorübergehend absperren, weil sonst Neugierige die Schutzdämme zerdrückt hätten, sagte ein Sprecher der Feuerwehr.

Die Suche nach zwei vermissten Männern, die von den Fluten in Hessen mitgerissen wurden, blieb erfolglos. Vermutlich sind beide ertrunken. Am Donnerstag war ein 59-Jähriger in die reißende Steinach gestürzt. Ein Unbekannter sprang auf der Flucht vor der Polizei in die Fulda.

In Köln blieb die Lage trotz des hohen Wasserstands des Rheins relativ entspannt. Bis Sonntag früh wurde am Kölner Pegel ein Wasserstand von 8,70 Meter gemessen, etwas weniger als erwartet.

Am Zusammenfluss von Rhein und Mosel in Koblenz erreichte die zweite Hochwasserwelle am Sonntagmorgen einen Höchststand von rund 7,30 Meter, fiel bis zum Nachmittag aber wieder auf 7,15 Meter. Das Deutsche Eck stand schon seit Sonnabend allerdings wieder zum großen Teil unter Wasser. In mehreren Stadtteilen wurden Stege aufgebaut, damit die Einwohner wieder zu ihren Häusern gelangen konnten.

Das Hochwasser hat die Vorbereitungen für die Bergung des im Rhein bei St. Goarshausen gekenterten Säuretankers behindert. Zwei aus Duisburg angeforderte Schiffskräne konnten sich wegen des hohen Wasserstands nicht auf den Weg zum Unglücksort nahe der Loreley machen. Anzeichen für ein Auslaufen der Schwefelsäure aus dem Wrack gab es am Sonntag aber nicht mehr. Frühestens am Montagnachmittag wollen die Behörden hier den Schiffsverkehr wieder teilweise freigeben. 200 Schiffe warten. Die Suche nach den beiden vermissten Bootsleuten ging derweil weiter. Es gab kaum noch Hoffnung, sie lebend zu finden.

Aus Baden-Württemberg wurden bis auf den Main bei Wertheim fallende Wasserstände gemeldet. In Wertheim mussten sich die Menschen auf eine erneute Überflutung der Altstadt vorbereiten. Auch an der Elbe konnte zunächst noch keine Entwarnung gegeben werden. Der Wasserstand in Dresden blieb aber mit knapp über 6,50 Meter deutlich unter der Sieben-Meter-Marke. Auch im weiteren Flussverlauf in Sachsen-Anhalt blieb die Lage unter Kontrolle.

Allgemein wurde für die deutschen Hochwassergebiete eine weitere Entspannung erwartet, da für die nächsten Tage nur für den Norden und Nordwesten vereinzelte, geringe Regenfälle vorhergesagt sind und es ansonsten trocken bleibt.