Naturkatastrophe

1000 Tote in Brasilien nach den Erdrutschen befürchtet

Nach den verheerenden Erdrutschen und Schlammlawinen im Südosten Brasiliens befürchten Rettungskräfte, dass die Zahl der Toten auf mehr als 1000 ansteigen könnte. In der Region nördlich von Rio de Janeiro bemühten sich Helfer am Sonntag, die bisher mindestens 610 Opfer zu identifizieren.

Angesichts der zahlreichen noch nicht geborgenen Leichen wuchs in dem tropischen Klima die Gefahr der Ausbreitung von Seuchen.

In der gebirgigen Region Serrana nördlich von Rio de Janeiro waren nach Angaben des Zivilschutzes rund 14 000 Menschen auf Hilfe angewiesen oder verloren ihr Zuhause. Im Dorf Campo Grande seien sämtliche der 2500 Häuser zerstört worden, sagte ein Helfer. Wegen der Verwesung der Leichen ließen die Rettungskräfte Angehörige nicht mehr zu den in Büros und Kirchen aufgebahrten Leichen. Eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung von Teresópolis sagte, die 1200 Ärzte der Stadt seien überfordert, auch fehle es an Medikamenten. Die Armee entsandte Helikopter, um durch die Fluten abgeschnittene Dörfer zu erreichen.