Unglück

Vermisster siebenjähriger Junge ist ertrunken

Der am Donnerstag tot in der Kläranlage eines Bauernhofs gefundene siebenjährige Nico ist ertrunken. Das hat nach Angaben des Osnabrücker Oberstaatsanwalts Alexander Retemeyer die rechtsmedizinische Untersuchung einwandfrei festgestellt.

"Die Obduktion hat keine Spuren von Gewalt ergeben", sagte er am Freitag in Osnabrück. Rätselhaft sei, dass die Klärgrube von einem Deckel verschlossen gewesen sei, als die ersten Polizeikräfte auf dem Bauernhof eintrafen. Möglicherweise habe Nico den 16 Kilo schweren Deckel selber aufgemacht, fiel in die Grube, und der Deckel sei von selbst wieder zugefallen, sagte der Leiter des 1. Fachkommissariats der Polizeiinspektion Osnabrück, Eugen Wellmann. Derzeit gingen die Ermittler von einem Unglück aus.

Der Siebenjährige lebte seit rund drei Monaten bei einer Pflegefamilie auf dem Bauernhof in einem ländlichen Vorort von Bramsche. Das entwicklungsverzögerte Kind war vom Landkreis Osnabrück in die Familie gebracht worden. "Man könnte durchaus sagen, dass es sich um eine professionelle Pflegefamilie handelt", sagte Retemeyer. Der Pflegemutter war am Mittwochvormittag aufgefallen, dass Nico verschwunden war. Als die eigene Suche keinen Erfolg brachte, sei zwei Stunden später die Polizei eingeschaltet worden, sagte die Leiterin des Polizeikommissariats Bramsche, Andrea Menke. "Unser Ziel war es, einen lebenden Nico zu finden."

Zunächst seien Helfer von Polizei, Feuerwehr und anderen Hilfsdiensten davon ausgegangen, dass das Kind sich verlaufen hat. Dabei sei auch schon ein Blick in die Klärgrube geworfen worden. Von Nico sei dabei aber nichts zu sehen gewesen. Am Donnerstag seien die Beamten mit Suchhunden vielen Spuren auf dem Bauernhof nachgegangen. Auch der Deckel der Grube sei nochmals geöffnet und Wasser abgepumpt worden. Dabei sei die Leiche von Nico gefunden worden.