Polizei

Bombendrohung an Erfurter Gymnasium

Nach einer Bombendrohung ist am Montag das Erfurter Gutenberg-Gymnasium komplett geräumt worden.

Die rund 550 Schüler und 40 Lehrer des Gymnasiums, dessen Name mit einem Amoklauf mit 17 Toten vor acht Jahren verbunden ist, seien in einer nahe gelegenen Europa-Schule untergebracht worden, teilte die Polizei mit. Am Nachmittag gab es Entwarnung. Drei speziell ausgebildete Polizeihunde hatten das nach dem Massaker 2002 mit Millionenaufwand umgebaute Schulgebäude auf Sprengstoff untersucht. Die Drohung war schriftlich eingegangen. Aus dem Gymnasium wurde berichtet, sie sei mit Kreide auf eine Tafel geschrieben worden. Die Schulleiterin alarmierte nach der Drohung, die gegen 10 Uhr entdeckt wurde, die Polizei und ließ das Gymnasium räumen.

Thüringens Bildungsminister Christoph Matschie (SPD) dankte Schulleitung und Polizei für ihren Einsatz. Die Situation sei jederzeit unter Kontrolle gewesen, Gefahr für Schüler und Lehrer habe nicht bestanden, erklärte er. Das Informations- und Krisennotfallsystem, das nach dem Amoklauf von Erfurt eingerichtet wurde, habe funktioniert. Im April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler im Gutenberg-Gymnasium Lehrer, Schüler und einen Polizisten erschossen und sich selbst getötet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft verlangte mehr Schulsozialarbeiter und sozialpsychologische Betreuung in Thüringen. Nach Angaben von Matschie sollen in diesem Jahr 15 Schulpsychologen eingestellt werden.