Gewalt

Drogenmafia enthauptet 14 Menschen

Der Drogenkrieg in Mexiko scheint völlig außer Kontrolle zu geraten. Jetzt hat die mexikanische Polizei die Leichen von 15 ermordeten Männern gefunden. Alle Opfer bis auf eines wurden enthauptet.

Sie seien am Samstag auf einer Straße vor einem Einkaufszentrum in der Küstenstadt Acapulco im Süden des Landes gefunden worden, teilten die Behörden mit. Alle Opfer schienen laut Polizei zwischen 20 und 30 Jahre alt zu sein.

Bei den Leichen wurden handschriftliche Mitteilungen gefunden, die mit "El Chapos Leute" unterschrieben waren. Es sei ein Hinweis auf das Sinaloa-Kartell und dessen Chef Joaquin "El Chapo" Guzman, sagte der Chef der ermittelnden Polizeibehörde des Staates Guerrero, Fernando Monreal Leyva. Die Getöteten seien bestraft worden, weil sie auf das Gebiet der Bande hätten vordringen wollen.

Insgesamt seien bei Auseinandersetzungen am Wochenende 27 Menschen getötet worden, sagte der Polizeichef Leyva. Darunter waren auch zwei Polizisten, die an einer Küstenstraße vor den Augen von Touristen und Einheimischen brutal niedergemetzelt wurden. In Acapulco war es in den vergangenen Jahren zu immer heftigeren Revierkämpfen zwischen verfeindeten Drogenbanden gekommen.

Enthauptungen gehören zu den üblichen brutalen Signaturen der Drogenkartelle. Beim jetzigen Vorfall handelt es sich um den größten Fund enthaupteter Mordopfer in Mexiko. 2008 waren zwölf kopflose Leichen in Merida gefunden worden, der Hauptstadt des Staates Yucatán. Im gleichen Jahr wurden neun Enthauptete in Chilpancingo entdeckt, der Hauptstadt des Staates Guerrero. Unterdessen wurde im Nordstaat Nuevo Leon bereits am Freitag die Leiche eines Bürgermeisters entdeckt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Das Oberhaupt der Kleinstadt Zaragoza im benachbarten Staat Coahuila war am Mittwoch als vermisst gemeldet worden. Die Leiche sei von Kugeln durchsiebt gewesen. Mindestens ein Dutzend Bürgermeister sind im vergangenen Jahr umgebracht worden.

Seit Präsident Felipe Calderón Ende 2006 eine Offensive gegen die ausufernde Drogenkriminalität gestartet hat, sind mehr als 30 000 Menschen bei gewaltsamen Auseinandersetzungen getötet worden. Sogar die mexikanischen Streitkräfte werden in der Auseinandersetzung eingesetzt, um die Ordnung wieder herzustellen - bislang ohne spürbaren Erfolg.