Prozess

Leibarzt soll während Jacksons Todeskampf telefoniert haben

Der Leibarzt von Michael Jackson hat einer Zeugenaussage zufolge mit einer Bekannten telefoniert, während der Popstar mit dem Tod rang. Eine ehemalige Lebensgefährtin von Conrad Murray sagte am Freitag aus, sie sei am Vormittag vor Jacksons Tod von dem Mediziner angerufen worden und habe einen Tumult im Hintergrund mitbekommen.

Sie habe Husten und Gemurmel gehört, die Stimme aber nicht als die Murrays erkannt, sagte Sade Anding während der Anhörung in Los Angeles. An einem Punkt des Gesprächs sei ihr bewusst geworden, dass der Arzt ihr überhaupt keine Aufmerksamkeit mehr widmete.

Den Unterlagen zufolge rief Murray um 11.51 Uhr bei Anding an. Die Zeugin erklärte, sie sei fünf Minuten in der Leitung geblieben, Murray sei aber nicht wieder ans Telefon gegangen. Um 12.21 Uhr wurde laut Aufzeichnung der Notruf gewählt.

Eine Ermittlerin sagte aus, sie habe neben vielen Medikamenten zwölf Flaschen des Narkosemittels Propofol im Schlafzimmer gefunden. Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, Jackson am 25. Juni 2009 eine tödliche Dosis Propofol verabreicht zu haben. Außerdem will sie beweisen, dass er bis zu 21 Minuten wartete, bevor er den Rettungsdienst rief.