Naturkatastrophe

Im Norden Australiens regnet es weiter

Schwere Regenfälle in den australischen Hochwassergebieten haben die Angst vor weiteren verheerenden Überschwemmungen verstärkt. Besonders betroffen ist nach Behördenangaben die Ortschaft Maryborough mit 22 000 Einwohnern.

Dort würden voraussichtlich 20 Gebäude überflutet werden, nachdem ein örtlicher Fluss infolge nächtlicher Regenfälle über die Ufer getreten war. Das Hochwasser soll am Sonntag seinen Höchststand erreichen.

Die australische Ministerpräsidentin Julia Gillard besuchte unterdessen mehrere Gemeinden, die durch das Hochwasser von der Außenwelt abgeschnitten sind oder teilweise unter Wasser stehen. Sie machte betroffenen Anwohnern Mut und erklärte, ihre Städte würden unter der Leitung von Generalmajor Mick Slater wieder aufgebaut. Dieser hatte am Freitag erklärt, die Beseitigung der Schäden könne Jahre dauern.

Für eine Ortschaft im Staat Queensland gab es am Samstag dennoch gute Nachrichten: Die bereits von Sandsäcken geschützte Kleinstadt St. George könnte von Überschwemmungen weitgehend verschont bleiben, nachdem der Wasserpegel Wettervorhersagen zufolge am Samstag um 60 Zentimeter niedriger ausfallen wird als zunächst erwartet.

Die Ministerpräsidentin des Staates Queensland, Anna Bligh, rechnete mit bis zu fünf Milliarden Dollar für den Wiederaufbau der Häuser, Unternehmen und der Infrastruktur. Etwa 40 Kohleminen sind geschlossen, weltweit sind deswegen die Preise gestiegen. Schwer getroffen wurde aber auch die Landwirtschaft, insbesondere die Viehzucht.

Seit dem Einsetzen tagelanger Regenfälle kurz vor Weihnachten wird die Region von der schlimmsten Flut seit vielen Jahren heimgesucht. Das Überschwemmungsgebiet ist größer als Deutschland und Frankreich zusammen. Zehn Menschen starben bislang.