Australien

Mit der Flut kommen die Schlangen

Die Überschwemmungskatastrophe in Australien hat die Küstenstadt Rockhampton von der Außenwelt abgeschnitten.

Am Montag überfluteten die Wassermassen des Fitzroy-Flusses die Innenstadt. 150 Häuser seien bereits vollgelaufen, und bei mehreren Tausend Gebäuden schwappe das Wasser bereits an die Stufen, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh. Sie war selbst vor Ort, um die Hilfsmaßnahmen für die 75 000 Einwohner zu koordinieren. Die Armee brachte noch Konvois mit Lebensmitteln in die Stadt, ehe auch die letzte Zufahrtsstraße gesperrt werden musste. Die Stadt dürfte nun tagelang nur noch per Boot und Helikopter zu erreichen sein. Das Überschwemmungsgebiet ist so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. Die Region ist aber dünn besiedelt: Viele Viehstationen liegen oft mehr als 100 Kilometer von der nächsten Stadt entfernt. Rund 200 000 Menschen sind insgesamt von der Katastrophe betroffen. Drei Menschen ertranken seit dem Wochenende, damit steigt die Zahl der Flutopfer seit November auf zehn. Premierministerin Julia Gillard versprach den Opfern, die Felder und Häuser verloren haben, Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Die Aufräumarbeiten dürften drei bis sechs Monate dauern.

Während sich die Situation im Landesinnern entspannte, rüsteten sich die Rockhamptoner für mindestens eine weitere Krisenwoche. Manche Messstationen meldeten Wasserpegel von acht Metern über dem Meeresspiegel. So hoch steht das Wasser allerdings nicht, vielmehr breitet es sich in der Fläche aus. Bahnhof und Flughafen sowie alle anderen Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Die eine Straße war eigentlich nur noch für abreisende Einwohner offen gehalten worden. Sie dürfte morgen überflutet sein. Nach Angaben von Bürgermeister Brad Carter hatte die Stadt mit der Lieferung genügend Lebensmittel und Medikamente für mehr als eine Woche. Der Gesundheitsdienst stockte seine Vorräte von Schlangen-Gegengift auf, berichtete die Zeitung "Australian". In den Überschwemmungsgebieten werden immer mehr Reptilien gesichtet, die sich in trockenen Häusern einnisten. Viele australische Schlangen sind höchst gefährlich.

Unterdessen wurden vier deutsche Touristen aus einem Fluss voller Krokodile gerettet. Die vier wollten trotz Warnungen im Kakadu-Nationalpark bei Darwin über eine überschwemmte Straße fahren, die bei Niedrigwasser über den Magela-Fluss führt, wie die Polizei berichtete. Sie blieben in der Mitte stecken, weil ihr Motor ausfiel, und flüchteten sich erschrocken auf das Wagendach. Es dauerte 30 Minuten, bis die Polizei sie in Sicherheit gebracht hatte.