Überschwemmungen

Verheerender Regen in Australien

Die überschwemmten Gebiete in Australien müssen sich auf neue Unwetter und Fluten einstellen. Meteorologen kündigten für diesen Montag für den Bundesstaat Queensland an der Ostküste Gewitter mit sehr starkem Regen und heftigen Winden an.

Nach einem Bericht der "Courier Mail" sind in den Fluten bisher acht Menschen ums Leben gekommen. Die Die Stadt Rockhampton an der Ostküste mit 75 000 Einwohnern war am Sonntag praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Der Schaden der Katastrophe wird auf mehr als eine Milliarde australische Dollar (765 Millionen Euro) geschätzt. 200 000 Menschen waren betroffen, von denen die meisten ihre Häuser vorübergehend verließen und bei Freunden und Verwandten Zuflucht suchten.

Von "biblischen Ausmaßen" der Katastrophe sprach ein Politiker, der das Land überflog. Der halbe Bundesstaat Queensland stand unter Wasser - eine Fläche so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. In manchen Gebieten waren es die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 50 Jahren, in anderen stand das Wasser so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Messungen vor über 100 Jahren.

In Rockhampton rund 1000 Kilometer nördlich von Sydney trat in der Innenstadt der Fluss Fitzroy über die Ufer. Der Katastrophenschutz baute rund um die Uhr Flutbarrieren auf. "Rockhampton gleicht jetzt einer Insel", sagte Bürgermeister Brad Carter und bat die Einwohner dringend um Hilfe bei der Herstellung von Sandsäcken. Rund 40 Prozent der Stadt könnten überflutet werden, 4000 Gebäude lagen in der unmittelbaren Gefahrenzone. Der Besitzer des "Fitzroy"-Hotels blieb trotz der Wassermassen vor der Tür gelassen. "In großen Städten zahlen die Leute Riesensummen für eine Lage direkt am Wasser", scherzte er.

Von Rockhampton und Mackay im Norden aus fahren Touristen oft auf die Inseln des Great Barrier Reefs. Jedoch hatten die meisten ihre Pläne wegen der Regenfälle an Weihnachten frühzeitig geändert. In Queensland waren etwa 20 Städte von der Außenwelt abgeschnitten. Im Hinterland von Rockhampton und weiter südlich entspannte sich die Situation. Dort wurde das ganze Ausmaß der Schäden sichtbar: Schlaglöcher, abgerissene Stromleitungen, überflutete Abwasserrohre.

Teilweise verantwortlich für den Regen sind Zyklon "Tasha" und das Klimaphänomen La Niña, das im Pazifik und Südostasien für hohe Niederschläge sorgte.